Ausbildungsstandorte stand 08 2026

Nochmal gut gegangen…

Nach vielen Jahren habe ich endlich Urlaub in Sicht.. Selbst und ständig…, welcher Huforthopäde kennt das nicht. Bilder erreichen mich ”Ist das Hufkrebs?” Ich ahnte bereits was hier schief gelaufen war. Zunächst war es ” nur” eine Ballen Entzündung. Meine Frage ob das Pferd eingegipst oder Reitschuhe für einen längeren Zeitraum ( mehr als 24h) trug, wurde bejaht. Grund war die Fehldiagnose Hufrehe.

Das Pferd war fühlig nachdem der Schmied da gewesen ist. Die viel zu lange Zehe der Vorderhufe und die nach hinten gebrochene Huf Fessel Achse verführen immer noch zu solch einer Diagnose, obwohl der eigentliche Hinweis, nämlich die Entzündung selbst ( sichtbar am Röbi im akut Zustand), hier fehlten.

Später wurde seitens Tierarzt die Fehldiagnose Hufrehe revidiert und Diagnose Hufkrebs stand im Raum. Zunächst war es das aber nicht, lediglich der Ballen war durch den Druck der Reitschuhe nekrotisch (niemals Reitschuhe länger als 24h verwenden, nur bestimmte Schuhe sind geeignet!). Hier wäre durch korrektes Abtragen der nekrotischen Stellen ein sauber und trocken (!) halten der Ballen die Entzündung in wenigen Tagen wieder verheilt (Mir wurden ja stets aktuelle Bilder zugetragen). Der Tierarzt und Schmied behandelten ” klassisch” und erst durch weitere Fehlbehandlungen wie waschen, Spülungen mit diversen Mitteln kam es tatsächlich in Folge dessen zum Hufkrebs. Freiliegende Lederhäute vertragen keine Nässe! Dadurch erkrankt diese und produziert kein Horn mehr. Ohne Horn kein Huf, was letztlich den Tod des Tieres bedeutet. Genau das stand nun an, die Euthanasie.

Die Besitzerin, welche sich ja an die Anweisungen des Tierarzt und Schmied gehalten hat, war sehr traurig und stark verunsichert. Dennoch traute sie sich neue Wege zu gehen und vertraute mir Asterix an. Tina Baaken, eine Tierärztin meines Vertrauens, musste mit ins Boot geholt werden, Hufkrebs muss immer mit einem fachlich guten Tierarzt zusammen behandelt werden. Nun mussten wir ja helfen und zusagen, obwohl ich meinen langersehnten Urlaub schon dahin schwinden sah. Aufgrund der Entfernung (kein Einzuggebiet von Tina oder mir) wurde für Asterix eine Box eingerichtet und in den Stall bei Tina Baaken direkt “Stationär” aufgenommen.

Wir nahmen uns Asterix an. Der Hufkrebs, der nekrotische Ballen und die Fehlstellung wurden endlich angemessen behandelt und konnten ausheilen. Dem kleinen Norweger geht es wieder gut und wird in seinem Zuhause durch Mandalena Mälzner (Huforthopädin DIfHO) weiter betreut. Mit dieser Zufriedenheit genieße ich meinen Urlaub doppelt so gut… Alles Gute für dich kleiner Asterix, schön das du weiter leben darfst.

Liebe Grüße Petra Thissen (Huforthopädin und Fortbildungsdozentin am DIfHO, Ausbilderin dieHOS) , und Tina Baaken (Tierärztin, Tierarztpraxis am Neckelshof)

Hufrehe mit happy end

Unser Showshetty namens Stiefel bekam vor einigen Jahren eine Hufrehe. Ausgelöst wohl durch unentdeckte Giftpflanzen auf der neu dazu gepachteten Weide. Zum Glück früh erkannt und dank unseres Huforthopäden, dem Tierarzt und unserer Tierheilpraktikerin auch richtig behandelt. Wir holten Stiefel natürlich sofort von der Koppel und riefen den Tierarzt und klar den Huforthopäden. Der Tierarzt machte einen Aderlass und unser HO stellte Stiefel auf huforthopädische Polsterverbände. Dazu bekam er Aspirin und nur noch Erhaltungsfutter. Das hieß gutes Stroh und händchenweise gewaschenes Heu – sonst nichts. Die Tieheilpraktikerin verordnete Ginkgo biloba und später Nux vomica. Wir selbst lernten vom HO den Verband von Stiefel täglich zu kontrollieren und ggf. aufzupolstern. Anfangs kam unser HO jede Woche, später alle 14 Tage.

Die Verbände blieben 3 Wochen am Huf allerdings war Stiefel schon direkt nach dem Aderlass wieder wesentlich fitter und nach 4 Tagen in der Paddockbox wollte er einfach nur raus und laufen. Also Lederkrankenschuhe über die Verbände und wir drehten kleine Spazierrunden. Nach 4 Wochen war Stiefel voll der Alte und lief auch ohne Polsterverbände munter seine Runden. Das Futter wurde langsam wieder auf 5kg Heu täglich umgestellt und als Leckerli gabs Hagebutten ab und an. In dem Jahr durfte er nicht mehr auf die Weide und auch Wurmkuren und Impfungen liessen wir 2 Jahr lang bei Stiefel weg. Im Folgejahr durfte er ab einer Nachttemperatur von 12 Grad, ab Ende Juni und nur vormittags auf eine Koppel mit hohen, dürren Gräsern. Ein Jahr später dann wagten wir den Koppelgang ganz normal zusammen mit den anderen Pferden und es klappte – Stiefel hatte nie wieder einen Reheschub trotz 24h Weide im Sommer.

Die Koppel auf dem er die Rehe bekommen hatte haben wir schnell wieder abgegeben. Stiefel war zur Zeit des Reheschubs gut trainiert hatte kein Übergewicht, das mag auch zur schnellen „Heilung“ beigetragen haben. 6 Wochen nach dem Reheschub wurde er wieder antrainiert, 8 Wochen danach voll trainiert. Die Hufbearbeitungstermine waren wieder wie vorher alle 4 Wochen. Der Tierarzt zweifelte die Rehe sogar an. weil Stiefels Hornkapsel, dank der Polsterverbände und der klugen Hufbearbeitung, kaum rotiert war. Lediglich eine ausgeprägte Demarkationslinie und der ein klein wenig zerrissener Hufbeinträger zeugten vom Schub, beides wuchs aber dank regelmäßiger huforthopädischer Bearbeitungen ohne Komplikationen raus. Stiefel bekommt nur die nötigsten Impfungen und wird selektiv entwurmt, aber sonst lebt er ein ganz normales Pferdeleben!

Der Weg in ein (Huf)gesundes Leben

Zu oft wird sie vernachlässigt, zu oft vergessen und unterschätzt – die kluge Bearbeitung von Fohlenhufen. Aber was im Fohlenalter, mit noch nicht geschlossenen Epiphysenfugen, möglich ist geht beim Jungpferd oft nicht mehr. Hier ist der Grundstein für ein langes, gesundes Leben. Denn 90% der eingeschläferten oder geschlachteten Pferde werden aufgrund von Lahmheiten getötet. Wiederum über 80% dieser Lahmheiten haben ihren Ursprung in den Hufen. Darum gilt ab der ersten Woche – regelmäßige Hufkontrolle von einem Fohlenerfahrenen Hufbearbeiter. Oft sind es nur wenige Raspelstriche zur richtigen Zeit, die über eine gesunde Zukunft entscheiden.

Darum sind wir froh in Sachen Fohlenhufen einen fantastischen Partner gefunden zu haben. Auf dem großen und schönen Hofgut Amselhalde in Oberrot, werden von Monique Müller und Huforthopäde Sean Escher, mit Herz und Verstand Schwarzwälder Füchse gezüchtet. Hier bietet sich uns die Gelegenheit von der Bearbeitung der Jüngsten bis hin zu der Entwicklung zum Jungpferd die Hufe zu beobachten und regelmäßig zu optimieren.

Mehrmals im Jahr finden hier Fortbildungen zum Thema Fohlenhufe statt, für die einige Huforthopäden/innen auch den weitesten Weg in Kauf nehmen. Vielen Dank an Monique und Sean das sie uns diese Möglichkeit geben und ihre wunderschönen Pferde jedes Mal aufs Neue vertrauensvoll in unsere Hände geben.

Danke dafür sagt

Jürgen von Grumbkow-Pfleiderer mit Team

Julia Schmidt

DIfHO® Ausbilderin Praxis

Die leidige Suche nach guten Hufbearbeiter*innen in Österreich satt war Julia schnell klar „selbst ist die Frau“. So startete Sie in der ersten österreichischen Staffel 2018 Ihre Ausbildung zur Huforthopädin.

Vom Hufvirus befallen war schon in der Ausbildungszeit klar „das ist mein Beruf“. Seit 2019 bearbeitete Julia hauptberuflich, viel in Zusammenarbeit mit Manuele Steif, Pferdehufe in Österreich und Ungarn.

Seit 2020 unterstütz Sie das Ausbilderteam in der Praxis.

Ein Aufruf

Dies ist eigentlich keine Geschichte und leider hat es auch kein Happy end aber es sollte geschrieben sein.

Eine Pferdebesitzerin fand ihr Pferd stark lahmend auf der Koppel vor. Auf drei Beinen humpelnd wurde das Pferd in die Box gebracht und der Tierarzt wurde gerufen. Diagnose Huflederhautentzündung, der Huf wurde in einen dicken Verband gebracht und Schmerzmittel gegeben. Der Zustand des Pferdes besserte sich nicht, weiteres Schmerzmittel folgte – über Tage, viele Tage, zu viele Tage, der Zustand verschlimmerte sich das Pferd stand nunmehr nur noch auf drei Beinen.

Die bearbeitende Huforthopädin wurde dazu gerufen das Pferd mittlerweile seit 10 Tagen stark lahmend wurde aus dem Verband geholt und der Schrecken war groß. Der Verband innen total verdreckt, auch mit Mist, der Huf ebenfalls. Die Huforthopädin säuberte vorsichtig den Huf und ein sehr tief eingetretener Nagel kam zum Vorschein.

Ein Tierarzt wurde gerufen und der Nagel entfernt. Da er aber an einer sehr ungünstigen Stelle eingetreten war wurden umgehend Röntgenbilder angefertigt, um den Kanal zu sehen. Und hier offenbarte sich fürchterliches. Der Nagel hatte sich durch die Bewegungen des Pferdes tief in den Huf gebohrt bis hin zum Strahlbein und dieses durch die hin und her Bewegung so weit zerstört das eine Genesung unmöglich geworden war. Dieses junge Pferd musste letztendlich eingeschläfert werden. Es war nichts mehr zu retten.

Und hier kommt der Aufruf. Wenn ein Pferd lahmt, bitte immer den Huf gründlich reinigen. Wenn dies wegen der Schmerzen des Tieres nicht möglich ist, warten Sie auf den Tierarzt und säubern Sie ggf. unter Sedierung gemeinsam. Tierärztinnen und Tierärzte haben einen schweren Job und leiden oft unter Zeitmangel. Es sind auch nur Menschen und Fehler passieren. Aber dies hier hätte verhindert werden können.

Immer wieder treffen Hufbearbeiter auf verschmutzte Verbände, im letzten Fall war es ein lahmender Norweger unter dessen Verband ein spitzer Stein im Strahl zu Vorschein kam und dass vorher Diagnostizierte Hufgeschwür entkräftete. Auch hier ein verschmutzter Verband (siehe Foto) nicht erkannt da der Huf nicht gereinigt wurde. Auch ein spitzer Stein kann böse Auswirkungen haben, wenn er über Tage im Huf verbleibt.

Daher immer vorsichtig und gründlich den Huf reinigen – das kann Leben retten!

Ausbildungsstandort Delbrück/Paderborn

Der Reitstall Lübbenhof der Familie Westerhorstmann in Delbrück liegt im Paderborner Land zwischen Ems und der Lippe  umgeben von Wäldern und Wiesen.  Dieser familiär geführte Betrieb zu dem mehrere Stallgebäude, drei Reithallen, eine Longierhalle, ein Dressur-Außenplatz, ein Springplatz, Außenpaddocks und Wiesen in unmittelbarer Stallnähe zum Hof gehören
biete etwa 70 eigenen Ponies, Kleinpferden und Großpferden eine Heimat. Hier wird Reitunterricht für Kinder und Erwachsene angeboten zudem Reiterferien für Mädchen.

In diesem schönen Umfeld lässt es sich wunderbar lernen, dazu bietet die reichliche Anzahl unterschiedlichster Hufe optimale Bedingungen zum erlernen der Huforthopädie.

 

Reitstall Lübbenhof

Fam. Westerhorstmann
Rellerweg 10
33129 Delbrück

oder

Lakeweg 10, 32805 Horn-Bad Meinberg

 

 

 

 

 

Ausbildungsstandort Bargteheide/Hamburg

Die Kinderreitschule Pony-RAZ und nun auch Ausbildungshof vom DIfHO® bietet Reitunterricht und reitpädagogische Konzepte für Kinder ab 2 Jahren und Teenager an.

Die unterschiedlichsten Ponys und Pferde leben hier in einem Herdenverband. Im Sommer verbringen sie 24 Stunden auf der Weide und ihrem Paddock. Für den Winter und bei extremen Wetterbedingungen stehen außerdem gut belüftete Gruppen-Paddockboxen für sie bereit.

Dieser bunter Haufen Pferde bietet eine vielfältige Auswahl auch an Hufen an was der Ausbildung nur zugutekommt.

Pony RAZ
Melanie Jacobs
Bundesstr. 1
23869 Elmenhorst
pony-raz.de


 

Theorie:

Steinklinken 2
23869 Elmenhorst

 

Ausbildungsstandort Ost Umzug nach 39264 Zerbst/Magdeburg

Der idyllischer Reiterhof in Familienbetrieb Zum alten Gutshof in 16727 Velten bietet neben einer gepflegte Reitanlage mit 36 Pferdeboxen, grosse Sommerweiden, Winterpaddocks, 20x40m Reithalle, Führanlage, 20x60m Aussenreitplatz, Longierzirkel uvm. Auch tolle Bedingungen zum Erlernen der Huforthopädie. Mit der Vielfalt an Pferden und dem freundlichen Seminarraum lässt es sich hervorragend lernen.

Reitanlage Zum alten Gutshof
Inhaber Ingolf Michalik und Julia Wheale
Breite Str. 92
16727 Velten

zur weiteren grossen Hufvielfalt am Standort Berlin trägt der zweite Praxisstandort bei

Pferdehof Glau GmbH
Glauer Dorfstraße 20
14959 Trebbin / OT Glau

Hier werden zur Zeit 200 ha Grünland als Wiesen und zur Heu- und Silagegewinnung  bewirtschaftet. 85 Pensionspferde und 23 Schulponys leben auf diesem Hof in artgerechte Haltung die Pferde stehen in Gruppenhaltung mit ganzjährigem Paddockzugang und Weidegang im Sommer.

Also beste Voraussetzungen für das erlernen der Huforthopädie bei großer Hufvielfalt.

Vom lahmen Dressurkracher zum fröhlichen Ritterross

Hier möchte ich euch die Geschichte von Nemo erzählen.

Aus Pferdesicht gesehen hatte Nemo keinen guten Start ins Leben. Im Mutterleib schon zum Superkracher ernannt war er als Fohlen zu teuer um unbeaufsichtigt und frei auf einer Koppel toben zu dürfen. Nemo wuchs in einer Box mit täglichen „Freigang“ in der Reithalle auf, mit gelegentlichen Spaziergängen an der Hand.

Mit 2 Jahren dann wurde er auf einer Jungpferdeauktion zum Traumpreis des Züchters an einen renommierten Dressurstall verkauft. Koppeln suchte man hier vergebens – zu teuer war jedes einzelne Pferd in diesem Stall um auf eine Koppel zu dürfen.

Bald schon stellte man fest das Nemo den hohen Erwartungen, die man an ihn stellte, nicht gerecht wurde. Zudem fing Nemo an zu Koppen und es wurde eine sogenannte „Kopper OP“ bei ihm vorgenommen auch fing er an Reiter und Personal zu Zwicken.

Für den ganz großen Sport nun doch nicht geeignet wurde Nemo an eine ambitionierte Amateurdressurreiterin verkauft. Froh sich dieses herrliche Tier leisten zu können, auch wenn der Preis immer noch eine stolze Summe war, zog Nemo nun in einen Stall mit fensterlosen Boxen, aber es gab zumindest Koppeln in der Größe eines Reitplatzes um wenigstens ein bisschen Freiheit zu genießen.

Mit 8 Jahren fing Nemo an zu Lahmen mal mehr mal weniger. Tierärzte gaben sich die Klinke in die Hand und eine Therapie nach der anderen wurde verabreicht aber das Lahmen blieb. Die Röntgenbilder der Hufe wiesen einige Auffälligkeiten auf. Nemo, seit seinem 3. Lebensjahr konstant eisenbeschlagen, bekam die endgültige Diagnose „therapieresistente Hufrollengeschichte“. Auf die Idee den Hufen mal eine Auszeit zu geben und die Hufform zu optimieren kam Keiner. Der traurigen Besitzerin, die ihren Traum vom Dressurreiten mit diesem Pferd nun endgültig begraben musste, wurde gesagt „Nervenschnitt und in den Freizeitreiterbereich oder Einschläfern“.

So wurde für Nemo, mittlerweile knapp 10jährig, ein neues zu Hause als Beisteller oder Freizeitpferd mit Nervenschnitt gesucht. Denn Einschläfern kam für die Besitzerin nicht in Frage, aber sie ist eine Turnierreiterin und suchte schon noch einem neuen Pferd und zwei Pferde waren ihr einfach zu viel. Durch Zufall war mein Mann als Huforthopäde bei einem Kundenpferd in dem Stall wo Nemo stand und gleich wurde er gefragt, ob er nicht jemanden wüsste, wer diesem prachtvollen Trakehner ein zu Hause geben kann. Er wäre zwar Lahm, würde Beißen und man müsste wohl einen Nervenschnitt machen lassen, aber sonst wäre er ganz toll. Ein kurzer Blick meines Mannes in die Box zu dem, mit den Zähnen knirschenden, Fuchs und mein Mann beschloss – den nehmen wir! Wer bin ich das ich diesen Beschluss nicht großartig finden musste.

So zog Nemo zu uns in den Offenstall. Die ersten Tage verbrachte er mit dem Kopf weit in den Himmel gereckt. Bestaunte Wind, Sonne und Regen, sein erster Regen den er auf der Haut spürte. Nach drei Tagen bei uns nahmen wir ihm die Eisen ab und ein grosses Hufgeschwür kam zum Vorschein.

Nemo lebte sich ein, schloss Freundschaften zu den anderen Pferden und genoss sein Leben. Langsam erholten sich seine Hufe unter der huforthopädischen Bearbeitung. Die Trachten stark untergeschoben, die Hufform wahrlich nicht optimal aber die Hufe waren auf dem besten Weg. Seine Muskulatur gewöhnte sich an die stete Bewegung und die 24h Rauhfuttergabe.

Seine Vorbesitzerin besuchte ihn und meinte das sie nie auf den Gedanken gekommen wäre ihm die Eisen abnehmen zu lassen auch die Tierärzte hätten das nie in Erwägung gezogen, auch wenn sie die blutigen Hornspäne vor Nemos Box, nachdem der Schmied da war, schon bedenklich fand. Was sagt man dazu?

Da keine Lahmheit über Wochen zu erkennen war beschlossen wir Nemo zu Reiten. Jeder von uns drehte seine Runden auf dem, ganz ohne Nervenschnitt, nur so dahinschwebenden Nemo. Doch als bestes Paar mit Nemo stellte sich unser Sohn heraus. Da unser Sohn ein Ritter aus Leidenschaft ist wurde Nemo zum Ritterpferd umgeschult. Und das war sein Ding. Tjosten, Ringreiten, Bogenschiessen selbst Schwertkampf war mit Nemo möglich.

10 Jahr lang waren unser Sohn und Nemo ein Rittertraumpaar, gingen Ausreiten, wagten auch den einen oder anderen Sprung und hatten eine tolle Reitzeit.

 Nemo lahmte keinen einzigen Tag und hat nie gebissen.

Mit 20 bekam er leider DSLD und ging in Rente, mit 24 mussten wir ihn schweren Herzens gehen lassen.

Wir hatten viele Jahre einen wundervollen Trakehner und mit ihm eine fantastische Zeit – Danke dafür Nemo und Danke an meinen Mann den Huforthopäden nach Biernat.

Und die Moral von der Geschicht – unterschätze die Hufe nicht!