Hufrehe mit happy end

Unser Showshetty namens Stiefel bekam vor einigen Jahren eine Hufrehe. Ausgelöst wohl durch unentdeckte Giftpflanzen auf der neu dazu gepachteten Weide. Zum Glück früh erkannt und dank unseres Huforthopäden, dem Tierarzt und unserer Tierheilpraktikerin auch richtig behandelt. Wir holten Stiefel natürlich sofort von der Koppel und riefen den Tierarzt und klar den Huforthopäden. Der Tierarzt machte einen Aderlass und unser HO stellte Stiefel auf huforthopädische Polsterverbände. Dazu bekam er Aspirin und nur noch Erhaltungsfutter. Das hieß gutes Stroh und händchenweise gewaschenes Heu – sonst nichts. Die Tieheilpraktikerin verordnete Ginkgo biloba und später Nux vomica. Wir selbst lernten vom HO den Verband von Stiefel täglich zu kontrollieren und ggf. aufzupolstern. Anfangs kam unser HO jede Woche, später alle 14 Tage.

Die Verbände blieben 3 Wochen am Huf allerdings war Stiefel schon direkt nach dem Aderlass wieder wesentlich fitter und nach 4 Tagen in der Paddockbox wollte er einfach nur raus und laufen. Also Lederkrankenschuhe über die Verbände und wir drehten kleine Spazierrunden. Nach 4 Wochen war Stiefel voll der Alte und lief auch ohne Polsterverbände munter seine Runden. Das Futter wurde langsam wieder auf 5kg Heu täglich umgestellt und als Leckerli gabs Hagebutten ab und an. In dem Jahr durfte er nicht mehr auf die Weide und auch Wurmkuren und Impfungen liessen wir 2 Jahr lang bei Stiefel weg. Im Folgejahr durfte er ab einer Nachttemperatur von 12 Grad, ab Ende Juni und nur vormittags auf eine Koppel mit hohen, dürren Gräsern. Ein Jahr später dann wagten wir den Koppelgang ganz normal zusammen mit den anderen Pferden und es klappte – Stiefel hatte nie wieder einen Reheschub trotz 24h Weide im Sommer. Die Koppel auf dem er die Rehe bekommen hatte haben wir schnell wieder abgegeben. Stiefel war zur Zeit des Reheschubs gut trainiert hatte kein Übergewicht, das mag auch zur schnellen „Heilung“ beigetragen haben. 6 Wochen nach dem Reheschub wurde er wieder antrainiert, 8 Wochen danach voll trainiert. Die Hufbearbeitungstermine waren wieder wie vorher alle 4 Wochen. Der Tierarzt zweifelte die Rehe sogar an. weil Stiefels Hornkapsel, dank der Polsterverbände und der klugen Hufbearbeitung, kaum rotiert war. Lediglich eine ausgeprägte Demarkationslinie und der ein klein wenig zerrissener Hufbeinträger zeugten vom Schub, beides wuchs aber dank regelmäßiger huforthopädischer Bearbeitungen ohne Komplikationen raus. Stiefel bekommt nur die nötigsten Impfungen und wird selektiv entwurmt, aber sonst lebt er ein ganz normales Pferdeleben!