Ein Aufruf

Dies ist eigentlich keine Geschichte und leider hat es auch kein Happy end aber es sollte geschrieben sein.

Eine Pferdebesitzerin fand ihr Pferd stark lahmend auf der Koppel vor. Auf drei Beinen humpelnd wurde das Pferd in die Box gebracht und der Tierarzt wurde gerufen.

Diagnose Huflederhautentzündung, der Huf wurde in einen dicken Verband gebracht und Schmerzmittel gegeben.

Der Zustand des Pferdes besserte sich nicht, weiteres Schmerzmittel folgte – über Tage, viele Tage, zu viele Tage,

der Zustand verschlimmerte sich das Pferd stand nunmehr nur noch auf drei Beinen.

Die bearbeitende Huforthopädin wurde dazu gerufen das Pferd mittlerweile seit 10 Tagen stark lahmend wurde aus dem Verband geholt und der Schrecken war groß.

Der Verband innen total verdreckt, auch mit Mist, der Huf ebenfalls. Die Huforthopädin säuberte vorsichtig den Huf und ein sehr tief eingetretener Nagel kam zum Vorschein.

Ein Tierarzt wurde gerufen und der Nagel entfernt. Da er aber an einer sehr ungünstigen Stelle eingetreten war wurden umgehend Röntgenbilder angefertigt, um den Kanal zu sehen. Und hier offenbarte sich fürchterliches. Der Nagel hatte sich durch die Bewegungen des Pferdes tief in den Huf gebohrt bis hin zum Strahlbein und dieses durch die hin und her Bewegung so weit zerstört das eine Genesung unmöglich geworden war. Dieses junge Pferd musste letztendlich eingeschläfert werden. Es war nichts mehr zu retten.

Und hier kommt der Aufruf. Wenn ein Pferd lahmt, bitte immer den Huf gründlich reinigen. Wenn dies wegen der Schmerzen des Tieres nicht möglich ist, warten Sie auf den Tierarzt und säubern Sie ggf. unter Sedierung gemeinsam. Tierärztinnen und Tierärzte haben einen schweren Job und leiden oft unter Zeitmangel. Es sind auch nur Menschen und Fehler passieren. Aber dies hier hätte verhindert werden können.

Immer wieder treffen Hufbearbeiter auf verschmutzte Verbände, im letzten Fall war es ein lahmender Norweger unter dessen Verband ein spitzer Stein im Strahl zu Vorschein kam und dass vorher Diagnostizierte Hufgeschwür entkräftete. Auch hier ein verschmutzter Verband (siehe Foto) nicht erkannt da der Huf nicht gereinigt wurde. Auch ein spitzer Stein kann böse Auswirkungen haben, wenn er über Tage im Huf verbleibt.

Daher immer vorsichtig und gründlich den Huf reinigen – das kann Leben retten!

Vom lahmen Dressurkracher zum fröhlichen Ritterross

Hier möchte ich euch die Geschichte von Nemo erzählen.

Aus Pferdesicht gesehen hatte Nemo keinen guten Start ins Leben. Im Mutterleib schon zum Superkracher ernannt war er als Fohlen zu teuer um unbeaufsichtigt und frei auf einer Koppel toben zu dürfen. Nemo wuchs in einer Box mit täglichen „Freigang“ in der Reithalle auf, mit gelegentlichen Spaziergängen an der Hand.

Mit 2 Jahren dann wurde er auf einer Jungpferdeauktion zum Traumpreis des Züchters an einen renommierten Dressurstall verkauft. Koppeln suchte man hier vergebens – zu teuer war jedes einzelne Pferd in diesem Stall um auf eine Koppel zu dürfen.

Bald schon stellte man fest das Nemo den hohen Erwartungen, die man an ihn stellte, nicht gerecht wurde. Zudem fing Nemo an zu Koppen und es wurde eine sogenannte „Kopper OP“ bei ihm vorgenommen auch fing er an Reiter und Personal zu Zwicken.

Für den ganz großen Sport nun doch nicht geeignet wurde Nemo an eine ambitionierte Amateurdressurreiterin verkauft. Froh sich dieses herrliche Tier leisten zu können, auch wenn der Preis immer noch eine stolze Summe war, zog Nemo nun in einen Stall mit fensterlosen Boxen, aber es gab zumindest Koppeln in der Größe eines Reitplatzes um wenigstens ein bisschen Freiheit zu genießen.

Mit 8 Jahren fing Nemo an zu Lahmen mal mehr mal weniger. Tierärzte gaben sich die Klinke in die Hand und eine Therapie nach der anderen wurde verabreicht aber das Lahmen blieb. Die Röntgenbilder der Hufe wiesen einige Auffälligkeiten auf. Nemo, seit seinem 3. Lebensjahr konstant eisenbeschlagen, bekam die endgültige Diagnose „therapieresistente Hufrollengeschichte“. Auf die Idee den Hufen mal eine Auszeit zu geben und die Hufform zu optimieren kam Keiner. Der traurigen Besitzerin, die ihren Traum vom Dressurreiten mit diesem Pferd nun endgültig begraben musste, wurde gesagt „Nervenschnitt und in den Freizeitreiterbereich oder Einschläfern“.

So wurde für Nemo, mittlerweile knapp 10jährig, ein neues zu Hause als Beisteller oder Freizeitpferd mit Nervenschnitt gesucht. Denn Einschläfern kam für die Besitzerin nicht in Frage, aber sie ist eine Turnierreiterin und suchte schon noch einem neuen Pferd und zwei Pferde waren ihr einfach zu viel. Durch Zufall war mein Mann als Huforthopäde bei einem Kundenpferd in dem Stall wo Nemo stand und gleich wurde er gefragt, ob er nicht jemanden wüsste, wer diesem prachtvollen Trakehner ein zu Hause geben kann. Er wäre zwar Lahm, würde Beißen und man müsste wohl einen Nervenschnitt machen lassen, aber sonst wäre er ganz toll. Ein kurzer Blick meines Mannes in die Box zu dem, mit den Zähnen knirschenden, Fuchs und mein Mann beschloss – den nehmen wir! Wer bin ich das ich diesen Beschluss nicht großartig finden musste.

So zog Nemo zu uns in den Offenstall. Die ersten Tage verbrachte er mit dem Kopf weit in den Himmel gereckt. Bestaunte Wind, Sonne und Regen, sein erster Regen den er auf der Haut spürte. Nach drei Tagen bei uns nahmen wir ihm die Eisen ab und ein grosses Hufgeschwür kam zum Vorschein.

Nemo lebte sich ein, schloss Freundschaften zu den anderen Pferden und genoss sein Leben. Langsam erholten sich seine Hufe unter der huforthopädischen Bearbeitung. Die Trachten stark untergeschoben, die Hufform wahrlich nicht optimal aber die Hufe waren auf dem besten Weg. Seine Muskulatur gewöhnte sich an die stete Bewegung und die 24h Rauhfuttergabe.

Seine Vorbesitzerin besuchte ihn und meinte das sie nie auf den Gedanken gekommen wäre ihm die Eisen abnehmen zu lassen auch die Tierärzte hätten das nie in Erwägung gezogen, auch wenn sie die blutigen Hornspäne vor Nemos Box, nachdem der Schmied da war, schon bedenklich fand. Was sagt man dazu?

Da keine Lahmheit über Wochen zu erkennen war beschlossen wir Nemo zu Reiten. Jeder von uns drehte seine Runden auf dem, ganz ohne Nervenschnitt, nur so dahinschwebenden Nemo. Doch als bestes Paar mit Nemo stellte sich unser Sohn heraus. Da unser Sohn ein Ritter aus Leidenschaft ist wurde Nemo zum Ritterpferd umgeschult. Und das war sein Ding. Tjosten, Ringreiten, Bogenschiessen selbst Schwertkampf war mit Nemo möglich.

10 Jahr lang waren unser Sohn und Nemo ein Rittertraumpaar, gingen Ausreiten, wagten auch den einen oder anderen Sprung und hatten eine tolle Reitzeit.

 Nemo lahmte keinen einzigen Tag und hat nie gebissen.

Mit 20 bekam er leider DSLD und ging in Rente, mit 24 mussten wir ihn schweren Herzens gehen lassen.

Wir hatten viele Jahre einen wundervollen Trakehner und mit ihm eine fantastische Zeit – Danke dafür Nemo und Danke an meinen Mann den Huforthopäden nach Biernat.

Und die Moral von der Geschicht – unterschätze die Hufe nicht!

Warum? – Darum!

Pferde haben mich bereits von klein an fasziniert, so suchte ich mir mit 8 Jahren die ersten Pflegeponys und bin bis heute heilfroh und dankbar, dass ich nicht in einer Wendywelt-Reitschule gelandet bin, sondern dort von Anfang an alles lernte was dazu gehört und richtig geprägt wurde.

Mit 14 Jahren kam dann das erste eigene Pferd, “Tootsy”, ein Engl. Vollblut mit Special Effekts und Hang zur Selbstzerstörung, war das beste Lehrpferd in Sachen Umgang und Wundversorgung. Seit Jahren beschlagen, mit Rissen, Spalten und Geschwüren, bereiteten mir auch ihre Hufe ständig Sorgen, also begab ich mich irgendwann auf die Suche nach einer Alternative zum Schmied. Nachdem ich mich umfangreich informiert und belesen habe fiel meine Entscheidung gezielt auf eine DIfHO-HO. Da die Umstellung der stark geschädigten Hufe zu Anfang nicht ganz unkompliziert verlief zweifelte die HO etwas daran, dass ich die Umstellung durchhalte… doch das habe ich! Offensichtlich sah sie dadurch in mir das Potenzial und überredete mich bei jedem Huftermin, mich doch für die Ausbildung am DIfHO zu entscheiden (danke Svenja).

Mich hatte das Hufvirus bereits gepackt, so besuchte ich im Frühjahr 2009 meinen ersten Kurs und hatte das Glück bei Adriane und Jochen Biernat meine Ausbildung, mit erfolgreicher Abschlussprüfung, absolvieren zu dürfen. Natürlich ereilen einen im Laufe der Zeit auch Tage (z.B. wenn man im Sommer bei brüllender Hitze, schweißnass, von Bremsen geplagt, versucht, trockene, betonharte Hufe in Form zu bringen und an seine körperlichen Grenzen stößt) an denen man sich fragt “Warum?”, doch dann schaue ich mir Fotos von erfolgreich geheilten Hufen an und die Frage beantwortet sich ganz selbstverständlich mit einem zufriedenen “Darum!”

Von Viola Dürholt

Ein Pferd, viele Meinungen und die richtige Entscheidung…

Hi, ich möchte euch gerne die Geschichte meines Wallachs Frisco erzählen.
Ein großer,  lackschwarzer Wallach,  vier weiße Füße und eine markante weiße Blesse… ein Mädchentraum, wie er im Buche steht (zumindest für die Dressurfreunde unter uns). Seine zahlreichen Baustellen habe ich vor fast 3 Jahren durch die rosarote Pferdemädchenbrille nicht wahrgenommen… So zog der charmante schwarze Dickschädel also zu mir und seinem Pferdekumpel in den Offenstall. Und mit ihm zusammen unzählige, vielleicht auch gut gemeinte Ratschläge,  Meinungen,  Empfehlungen und auch Belehrungen von Reiterkollegen/innen, die wohl schon deutlich länger mit Pferden zutun haben als ich.
Ganze zwei Jahre, 3 oder 4 Hufschmiede und unzählige Stunden diverser Pferdeliteratur später kam mein zwar charakterstarker und auch manchmal frecher, aber an sich herzensguter und niemals böswilliger Wallach beim Freilauf mit fliegenden Hufen auf mich zu … und mir wurde schlagartig klar,  dass die Zickereien in den letzten Tagen nicht einfach Respektlosigkeit,  sondern Schmerzen geschuldet waren.  Nach kurzer Zeit waren die “Schuldigen” gefunden: Die Hufe bzw. die Eisen darauf. 
Viele vergebliche Telefonate später und weil ich so allmählich kein Vertrauen mehr in die herkömmlichen Hufschmiede hatte,  die die Hufe meines Pferdes im guten Glauben letztlich leider “verschlimmbessert” hatten, stieß ich im Juli 2020 auf meine tolle Huforthopädin Yvonne (liebevoll auch “Huftante” genannt), die zu dem Zeitpunkt glücklicherweise noch Kundenpferde suchte.

Gesagt,  getan – erster Termin mit Eisenabnahme Anfang August 2020, von da an im 2-Wochen-Rhythmus bis Oktober und ab dato jetzt alle 4 Wochen ist Yvonne bei uns und repariert Friscos Hufe Stück für Stück immer weiter.  Und soll ich euch was sagen? – Mein Pferd kann wieder laufen,  schmerzfrei,  ohne Lahmen. Er zwickt nicht mehr,  seine Kompensationsmuskulatur baut sich ab, er baut langsam aber sicher wieder die richtigen Muskeln auf. Er macht nichts mehr am Stall kaputt und geht nicht mehr durch die Zäune. Er ist einfach wieder ein zufriedenes Pferd, das jetzt entspannt und ruhig bei der Bearbeitung steht und mich sogar dabei beknubbelt. Das ist meine Bestätigung,  dass ich mit dieser Entscheidung für Barhuf und Huforthopäde/in für mein Pferd absolut alles richtig gemacht habe und ich kann euch nur ans Herz legen: Schaut bitte über den Tellerrand hinaus.  Manchmal findet sich außerhalb des bekannten Spektrums genau die Lösung,  die euer Pferd braucht!

Alles Liebe Frisco & Saskia


PS: Anbei noch mein etwas unkonventionelles Lieblingsbild,  es beschreibt meinen Kasperkopf aber perfekt!”

Volle Aufmerksamkeit den Eseln!

Ein großes Anliegen vom DIfHO® sind auch die Eselhufe. Zu oft werden diese wie Pferdehufe bearbeitet mit teils daraus resultierenden katastrophalen Ergebnissen. Eselhufe sind anders! Darum sind wir froh einen großartigen Partner in Sachen Eselhufe, bei Familie Bölz auf dem wunderschönen Hofgut Kieselberg, gefunden zu haben. Hier werden, in der wohl schönsten Location des DIfHO®, Fortbildungen für fertige Huforthopäden/innen angeboten sowie auch das Modul “Eselhufe” für die Azubis des Standortes “Stuttgart”. Wir freuen uns über die weitere tolle Zusammenarbeit und überreichen somit stolz das offizielle DIfHO Schild “Aus- und Fortbildungshof Eselhufe”.

Gold schmieden und dazu Hufe klug bearbeiten

Ich selbst bin durch meinen Wallach, mittlerweile 27- jährig, vor 12 Jahren zur Huforthopädie gelangt, weil Ich mit den tradiotionellen Schmiedearbeiten nicht mehr zufrieden war. Bei meinem Pferd hatte Ich jahrelang mit Strahlfäule zu kämpfen, sowie mit einem plötzlich blutenden Kronrandspalt.

Die Schmiede erkannten leider die vorherrschende Fehlstellung meines Pferdes nicht und arbeiteten den Problemen ewig hinterher. Mein Pferd litt ebenso dadurch unter immer wiederkehrenden Verspannungen im gesamten Körper. Chiropraktik bzw. Osteopathie und Akupunkturen halfen nur bedingt.

Dank Internet bin Ich auf die Seite vom DIfHO gelangt. Es las sich so logisch über die Hufphysik und die positiven Entwicklungen, so daß Ich eine Huforthopädin kontaktierte und es von da an mit den Problematiken meines Pferdes von Intervall zu Intervall immer besser wurde, bis heute ins hohe Alter.

So habe Ich mich dann entschlossen die Ausbildung zu machen. Ich arbeite im Nebenerwerb, hauptberuflich bin Ich Goldschmiedin, nach bisher 10 Jahren ( ca. 40- 45 Pferde im Schnitt ) immer noch mit grosser Freude in diesem Beruf.   

herzliche Grüße, Bianca Fey

Johnnys Schicksal und wie ich dadurch zu meinem Traumberuf kam

Wie bei vielen Pferdemädchen begann meine große Liebe zu den sanften Vierbeinern bereits in früher Kindheit. Mir war immer klar, dass ich irgendwann auch etwas mit Pferden arbeiten möchte. Nur was?

Die Jahre gingen ins Land, man lernte verschiedene Pferde, Reiterweisen, Haltungsformen etc kennen. Auch das erste eigene Pferd kam irgendwann, ging auch durch diverse Umstände wieder.

Irgendwann traf ich auf ihn. Meine schwarze polnische Schönheit. Johnny (vorher Ivan) stand bei einem Händler. Für den Schlachtpreis erhielt ich ihn, angeblich hatte er Verschlag. Kurz drauf stellte sich heraus, dass er in Polen Hufrehe gehabt haben muss.

Verblendet auf einer rosa Wolke schwebend kaufte ich unvernünftig dieses sagenhaft schöne Tier.

Der erste Schmiedebesuch stand an. Er nahm die Eisen ab, fing die Bearbeitung an und fragte mich dann plötzlich, ob ich das Tier wirklich behalten möchte. So begann eine Odyssee. Viele Tierärzte gingen ein und aus. Schmiede, Heilpraktiker etc. Ich hatte einen sehr großen Verschleiß. Mal lief Johnny, mal nicht.

Immer mehr setzte ich mich mit dem Thema Hufrehe auseinander. Mein Kopf schwirrte. Nächtelang Albträume, stets die Angst, läuft er noch oder lahmt er wieder?

Viele Diskussionen mit Tierärzten und Schmieden, dass er nicht auf die Koppel dürfe, ich hatte aber immer das Gefühl, es sei ein „mechanisches“ Problem. Durch Recherchen fragte ich meinen Schmied, ob wir es nicht Barhuf versuchen können. Dies scheiterte wahnsinnig auf Grund einiger Umstände und Vor allem mangels Beratung meinerseits.

Nach 4 Jahren hielten irgendwann die Eisen nicht mehr. Ich besorgte mir endlich Hufschuhe und hatte das Gefühl, es geht ihm stetig besser.

Dann lahmte er wieder. Ich rief den Tierarzt. Er diagnostizierte mir einen akuten Reheschub und ich gab auf. Ich konnte psychisch und finanziell überhaupt nicht mehr.

Ich dachte ebenso, ich würde ihn von seinem Leid befreien.

2 Monate nach seinem Tod erfuhr ich von der Ausbildung beim DIfHO, informierte mich noch über andere Schulen, aber entschied mich fürs DIfHO. Wenige Monate später saß ich zum ersten Mal im Unterricht. Es dauerte nicht lang und ich stellte fest, mein Bauchgefühl war immer richtig. Sehr hart. Mein geliebter Johnny.

Ich verwarf alles was ich dachte über Hufe zu wissen und ließ mich auf komplett andere Denkweisen ein. Ich hatte das Gefühl, endlich angekommen zu sein in meinem Leben.

Alles veränderte sich. Der ursprüngliche Plan, nur mal ab und zu Freunden mit ihren Pferden zu helfen wurde verworfen. Mittlerweile arbeite ich vollberuflich als DIfHO Huforthopäde. Habe es keinen Tag bereut.

Ebenso ist es mir eine Ehre, zum Ausbilderteam zu gehören und anderen interessierten Menschen das Wissen von Jochen Biernat weiterzugeben. Übrigens bin ich sehr glücklich, dass ich diesen beeindruckenden Menschen noch kennenlernen durfte. Mein Leben änderte sich von Grund auf. Kein nerviger Job mehr bei einem unterdrückenden Chef. Finanziell geht es mir deutlich besser.

Natürlich hat es auch Kehrseiten. Der Beruf ist hart. Physisch wie auch psychisch. Allerdings unglaublich erfüllend. Ich durfte mich neu entdecken und trage einen kleinen Teil für das Wohle der Pferdewelt bei.

Es ist täglich schön zu sehen, wie verzweifelte Pferdebesitzer, welcher man doch selbst auch war, nun glücklich sind und die Pferde, die teils kaum laufen konnten, nun über die Paddocks galoppieren.

Danke Herr Biernat ,

Danke an das gesamte DIfHO Team.

Auf noch eine lange gemeinsame Zeit.

Und danke an Johnny. Du bist jeden Tag dabei und durch dich ist mir das möglich.

Juliane Schönfeld

Anbei das letzte Bild von Johnny und mir

„Meine“ Huforthopädie

Sie nahm ihren Anfang im Spätsommer 1981 im Schweizer Jura, welchen ich aufgrund eines internationalen Sternritts zur 2000-Jahr Feier nach Solothurn (Schweiz) überquerte, und dabei Kopf und Kragen für Pferd und Reiter riskierte, um dieses – lediglich mit einem Kompass ausgestattet – an einem Tag zu bewerkstelligen. So kam es wohl zwangsläufig zur Absturzgefahr auf einer sehr abschüssigen und glatten Felsplatte, und ich musste in Anbetracht der Situation realisieren, dass die erst zwei Tage zuvor aufgenagelten und mit Hartmetallstiften versehenen Hufeisen dem Pferd keinerlei Halt boten. Aufgrund dieser Erkenntnis beschloss ich zukünftig auf Eisenbeschläge jeglicher Art zu verzichten, und meinem Pferd „Chico“ gab ich das Versprechen, ab sofort vermehrt auf seine Hufe zu achten und Sorge zu tragen, sie zukünftig unbeschlagen aber so tüchtig als möglich werden zu lassen.

Zwar hatten Chico und ich den Ritt infolge unserer Leistung insgesamt als Sieger der Einzelreiter beendet, heute weiß ich aber, dass dem Beginn der Huforthopädie der wahre Sieg zusteht. In der Folge schärfte ich meinen Blick für die Bedürfnisse der Hufe meines Pferdes, und erkannte die Möglichkeiten sie dann in tüchtige Zustände versetzen und erhalten zu können, wenn ich auf die üblichen, althergebrachten Ansichten verzichte, mich stattdessen den sehr speziellen physikalischen Wirkungsweisen an den Hufen zuwende, und bei meinen Hufbehandlungsarten eben diese hufphysikalischen Vorgänge fortan berücksichtige. Was als Fürsorge für mein Pferd begann, entwickelte sich in der Folgezeit zunächst zur vielfältigen Hilfestellung bei Hufproblemen im reiterlichen Umfeld, und unaufhaltsam zu dem Hauptberuf „Huforthopäde“.

Es folgten 19 harte Lehrjahre mit ambulanten Hufbehandlungen in Deutschland und angrenzenden Ländern, und im Jahr 2000 die Gründung der Lehreinrichtung Deutsches Institut für Huforthopädie® (DIfHO®) mit dem Ziel meine Entdeckungen und mein erworbenes Wissen an andere Personen weiterzugeben. Inzwischen haben etwa 500, meist weibliche Personen im DIfHO eine huforthopädische Lehre mit Erfolg abgeschlossen und tragen mit dazu bei, die allgemeine Hufsituation in Deutschland und weiteren Ländern zu verbessern.

Im gleichen Jahr eröffnete ich eine Huf-Rehastation, in welche Pferde mit den unterschiedlichsten und ambulant nicht (mehr) behandelbaren Hufen zur Rehabilitierung aufgenommen wurden. Die Pferde-Patienten aller Rassen und Abstammungen kamen aus Deutschland und angrenzenden Ländern und galten als austherapiert, was in Anbetracht der Hufsituationen meist auch deutlich zum Ausdruck kam.
Zum Ausdruck kam auch, dass insbesondere die Hufe der Pferde aus stationären Behandlungen in Pferde-Kliniken die nachhaltigsten Nachweise für völliges Unverständnis der Materie nachwiesen, schon weil dort selbst bei völliger Ergebnislosigkeit unbeirrt nach den gleichen Ansichten und meist sehr ausdauernd fehlbehandelt wurde. Häufig, weil die Hufe als Verursacher einer Problematik aus der Diagnostik herausfielen, aber immer auch aufgrund eklatanter Unkenntnisse über den Gesamtkomplex Huf und sein Korrelieren mit den Bewegungs- und Stützorganen der Einhufer. Die Konfrontation mit der oft nur unwilligen Herausgabe ihrer Patienten aus Kliniken, mit völlig inakzeptablen und nicht nachvollziehbaren Diagnosen, Behandlungen und deren Folgen an den Hufen hatte mir das ganze Dilemma deutlich gemacht, in welchem die Pferde und deren Besitzer sich spätestens dann befinden, wenn Hufprobleme und/oder solche der Bewegungsorgane auftreten.

Was während meiner an den Hufen aktiven Jahre ebenfalls erkannt werden musste, ist die mangelhafte und nur einzeln vorhandene Bereitschaft der Tiermediziner zur Kooperation mit einer physikalisch und physiologisch wirksamen Heilbehandlungsart, die sich nie als deren Konkurrenz verstanden hat oder versteht, sondern als eine weitere Behandlungsform – zum Vorteil der Pferde, ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens.

Auch, wenn die Huforthopädie in den Fakultäten dieser Welt keine Beachtung findet, so kann sie dennoch eine ihnen nicht bekannte Option darstellen, und der Weg aus so vielen Problemen sein, mit denen man sich als Tiermediziner in der Pferdepraxis häufig konfrontiert sieht, und dann meist sein Heil in antibiotisch wirkenden Medikamentengaben sucht.

Es schließt sich an die traurige Gewissheit, dass dieser unwürdige und die Pferde verachtender Zustand sich so bald nicht bzw. nur sehr langsam ändern wird.

Bedeutsamer und nachhaltig waren die Konfrontationen mit den vielfältigsten Hufproblemen der mir anvertrauten Pferde, weshalb ich gezwungen war mich jeder unbekannten Situation jedes Mal erneut zu stellen. Es galt neue Behandlungsformen zu entwickeln, um den Pferden und ihren Besitzern gerecht werden zu können. Ich verdanke es dem Vertrauen dieser Menschen und letztendlich der Nöte ihrer Pferde, dass in meiner Einrichtung – neben der Weiterentwicklung der Huforthopädie – zusätzlich einige weitere Erkrankungsformen, insbesondere der Huflederhäute und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen, inzwischen begründet und erfolgreich behandelt werden können.

Die Erkenntnis der Andersartigkeit der Huflederhäute gegenüber den anderen Geweben, und die Behandlungsmöglichkeiten die sich daraus ergaben, führten neben weiteren Heilverfahren auch zur Aufdeckung der Ursachen und zur Entwicklung eines Heilverfahrens bei dem sogenannten Huf- und Strahlkrebs.
Bereits ab dem Jahr 2001 konnten unterschiedlich umfangreiche und mit unterschiedlichen Erscheinungsformen aufgetretene Huf- und Hufkrebserkrankungen geheilt und die Pferde mit gesunden Hufen entlassen werden, während noch 2008 in einer Magisterarbeit an der Uni Wien die Unkenntnisse zu den Ursachen bestätigt wurden, aber der Nachweis von „BPV -1“ (Bovinem Papillomavirus in Equinem Hufkrebs) geführt, dass angeblich BPV-1 eine aktive Rolle bei der Entstehung und Persistenz von Hufkrebs einnehmen soll. Eine weitere Ansicht der Tiermedizin die aufgrund der Behandlungserfolge meiner Entwicklungen ad absurdum geführt wurde.

Die anderen Sichtweisen, die sich infolge meiner vielfältigen und viel gearteten Erfahrungen während dieser Zeit nach und nach ergaben, und die Erkenntnisse zu bisher nicht erkannten und somit nicht benannten Hufphänomenen, führten neben der Entwicklung neuer Behandlungsformen zwangsläufig zu neuen Begrifflichkeiten für etliche bisher nicht bekannte oder fehlinterpretierte Huferkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates der Pferde, die inzwischen zum Standard der Fachterminologie zählen. Das Wissen, das ich mir während dieser Zeit aneignen konnte, versuche ich seit nun mehr als 17 Jahren in meiner Lehreinrichtung an Dritte weiterzugeben, Unterstützung finde ich seit 2005 durch ein Ausbilder- und Prüferteam.

Nach 14 Jahren großer physischer und psychischer Belastungen, aber reich an Erfahrungen und sehr zufrieden mit den Ergebnissen meiner bisherigen Arbeit, hatte ich auch aufgrund meines fortgeschrittenen Alters und ausgelaugt infolge der vielfältigen Anforderungen die Huf-Rehastation 2014 leider aufgeben müssen.

Die huforthopädischen Lehren haben mit den bisher üblichen Lehrmeinungen zu den Hufen allgemein, sowie mit deren Diagnosen und Behandlungsvorschriften im Speziellen, nichts gemein und sind somit mit diesen nicht vergleichbar.

Während die althergebrachten Ansichten sich von jeher auf rein empirische Ansichten stützen, die nie kritisch hinterfragt aber unterschiedlich interpretiert, teilweise kopiert und vermischt wurden und werden, basiert die kognitive und angewandte Huforthopädie auf der sehr speziellen Huf-Physik und deren Wirkungsweisen, und wendet sie fortan bei den Hufbehandlungen an. Die Huforthopädie befasst sich mit denen vom Körpergewicht bedingten physikalischen Vorgängen an Hufen und Gliedmaßen, basierend auf der Wissenschaft über die physikalischen Wechselwirkungen nach Newton „Druck gleich Gegendruck“ (Newton drei), und ist somit de facto ein Zweig der physikalischen Wissenschaft, welche deshalb andere Interpretierungen oder abweichende Ansichten über den Umgang mit Hufen grundsätzlich ausschließt.

Zusätzlich basiert die Huforthopädie auf weiteren physikalisch-physiologischen Vorgängen, die aufgrund jenes an den Hufen wirkenden Physikalischen Gesetzes generiert werden, welches sich mit den „Wegen des geringeren Widerstandes“ befasst, sowie zusätzlich und im Besonderen mit den unmittelbaren Einwirkungen der hufphysikalisch bedingten Einflüsse auf die biologischen Gewebe und Physiologie der Pferde insgesamt.

Die Verknüpfung dieser Mechaniken mit lebenden Gewebezellen und deren Reaktionen darauf finden in der gesamten Physiologie der Lebewesen kein Beispiel. Entsprechend unbeachtet und im Beharren auf traditionellen Betrachtungen und Lehrmeinungen wurde und wird dieser wesentliche Aspekt bei der Betrachtung des Gesamtkomplexes Huf als Teil des Bewegungsapparates von den althergebrachten Lehren völlig außeracht gelassen.
Eine der Säulen der huforthopädischen Lehren ist aber die Beachtung und das Miteinbeziehen dieser vielfältigen Reaktionen und Gegenreaktionen aufgrund der physikalisch-biologischen Gesetzmäßigkeiten, immer im Bestreben deren konzertiertes Zusammenspiel herzustellen und zu erhalten.

Der Formenkreis „Huforthopädie“ ist aufgrund der unterschiedlichen, individuellen und sehr wandelbaren Sachverhalte von höchster Komplexität, es erfordert jahrelange oder Jahrzehnte andauernde Wissbegier und die Anhäufung von Erfahrungen sie sich umfassend erschließen zu können.
Dennoch ist die Huforthopädie eine schnell sich ausbreitende und gefragte, aber auch eine gerne kopierte, allerdings weit unterschätzte Lehre im Fachbereich Hufgesundheit und Gesundheit des Stütz- und Bewegungsapparates der Einhufer. Die erfahrungsgemäß erst aufgrund von umfassenden Kenntnissen der hufphysikalischen Gesetze, und ebenso bedeutend, durch Kenntnisse und Erfahrungen bei der Befundung und Behandlung der unterschiedlichen Huferkrankungen beherrschbar ist. Aus diesem Grund sind besonders die engen Zusammenhänge der biologischen mit den mechanischen Vorgängen, welche zwangsläufig zu interdisziplinären Überschneidungen in den Fachbereichen der Medizin führen, die sich mit der Behandlung pathologischer Fehler an den Stütz- und Bewegungsapparaten der Einhufer beschäftigen, dem Formenkreis der Huforthopädie zuzuordnen.

Aufgrund der Ganzheitlichkeit der von mir festgelegten und ohne Ausnahmen in der Huforthopädie – so wie ich sie verstehe – und im DIfHO ausnahmslos geltenden Lehren konnte sich das Deutsche Institut für Huforthopädie® zu der erfolgreichen und aus dem Hufsektor nicht mehr wegzudenkenden Lehreinrichtung entwickeln, die dem hohen Anspruch an die Gesundheit der Pferdehufe wie keine Zweite gerecht wird.

Leider, und zum Nachteil der Huforthopädie allgemein, werden aufgrund dieses Erfolges Begehrlichkeiten geweckt, infolge derer versucht wird sie zu kopieren oder sie in Versatzstücken und in einer durch Ersatzlehren verfremdeten Form an Dritte weiter zu geben, das besonders in den Fällen in denen sie in ihrem gesamten Spektrum unbekannt ist oder nicht verstanden wurde.

Wo fachliche Eignung durch ein Übermaß an Selbstüberschätzung und Egotismus (dem Bestreben sich in den Vordergrund zu stellen) ersetzt wird, muss zwangsläufig das Schaden nehmen, was ich einst als Huforthopädie bezeichnete, und damit einhergehend ihr hohes und vertrauensbildendes Potential bei den Pferdebesitzern. Davon betroffen sind zunächst diejenigen, die sich an der Verbesserung der allgemeinen Hufmisere beteiligen möchten und sich in eine solche Ausbildung begeben, entsprechend die Pferde, die von jenen im guten Glauben die Huforthopädie zu beherrschen, anschließend behandelt werden, und schließlich die Pferde-Besitzer, die ihre Hoffnung auf Verbesserung der Lebensqualität ihrer Pferde in solchen Fällen begraben müssen.

Wenn ich resümiere was gut und was schlecht lief, nachdem ich mich auf die Spurensuche machte um die Hufgesundheit meines Pferdes zu verbessern stellt sich die Gewissheit ein, mit der Entwicklung der Huforthopädie bereits viel Leid bei Pferden und Sorgen bei ihren Besitzern dadurch genommen zu haben. Und gleichermaßen die Befriedigung vielen Menschen einen Beruf mit hohem Tierschutzfaktor und Ansehen ermöglicht zu haben, aber auch ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit aufgrund des Vertrauens das mir und meiner Huforthopädie seither entgegengebracht wird. Zurückblickend muss ich allerdings auch zur Kenntnis nehmen in welchem Umfang der Begriff „Huforthopädie“ für eigene Zwecke missbraucht wird, und wie leicht sich Begehrlichkeiten einstellen können, sich durch sie zu profilieren und zu bereichern.

Jochen Biernat, im August 2017
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