Ausbildungsstandorte stand 08 2026

Ausbildungsstandort Egestorf/Bispingen

Mareike Leers-Schreiber und Marko Schreiber, betreiben seit 1998 eine Reitschule im Ortsteil Döhle der Gemeinde Egestorf. Hier stehen insgesamt 54 Pferde und Ponys, somit bietet sich ein weites Hufspektrum zur Ausbildung an. Die schöne Lüneburger Heide trägt ihren Teil für eine entspannte und spannende Ausbildungszeit bei. Auch steht vor Ort ein Seminarraum zu Verfügung.

 

MaMa`s-Ausbildungsstall
Mareike Leers-Schreiber & Marko Schreiber
Dorfstr.31
21272 Egestorf

Telefon: 0171-8111196
info@mamas-ausbildungsstall.de

 

 

Tanja Fröhner

DIfHO® Ausbilderin Praxis

Schon von Kindesbeinen an, verband mich eine tiefe Faszination und Liebe zu den Pferden. Obwohl ich nie ein eigenes bekommen konnte, verbrachte ich soviel Zeit wie möglich mit ihnen und kam schließlich durch meine heißgeliebte Reitbeteiligung auf einer kleinen Isländerstute zum DifHO. Sie wurde nach Biernat bearbeitet und allein durch die Gespräche mit der damaligen HO war mein Interesse an dieser Methode geweckt und ich war hellauf begeistert. Ein Beruf, in dem ich meine Liebe zu den Tieren und mein handwerkliches Geschick mit medizinischem Wissen verbinden konnte, kam mir fast zu gut vor um wahr zu sein.
Ich fuhr einige Male mit der Kollegin mit und kam aus der Faszination über dieses so logisch funktionierende Konzept der Huforthopädie nicht mehr heraus.
Da ich gerade ohnehin in einer beruflichen Neuorientierung steckte begann, ich die Ausbildung mit der nächstmöglichen Staffel und absolvierte sie im Jahr 2012.
Seitdem arbeite ich in diesem wunderschönen Beruf, zur Zeit in Teilzeit und bin froh, nun auch noch mein Wissen an die nachfolgenden Huforthopäden weitergeben zu dürfen.

Wenn das Pferd Bescheid sagt…

Holly, so heißt die hübsche Dame auf dem Foto, hätte eigentlich letzte Woche ihren Huftermin gehabt. Und letzte Woche ging: gar nix

Eigentlich hatten wir uns mit Geduld und “Keksen für Entspannung” richtig tolles Hufgebe- Verhalten erarbeitet.

Und dann letzte Woche: kompletter Zusammenbruch des Verhaltens.

Füße weggezogen, nein, eher weg gerrissen, sie konnte kaum eine Minute still stehen, Ortswechsel zwecklos, Heu “nein danke”, Kekse auch. Gesamtstimmung: “Bäh!!! Lasst mich IN RUHE.”

Das haben wir dann auch gemacht: wir haben nach sehr kurzer Zeit abgebrochen und einen neuen Termin ausgemacht.

Das war das richtigste was wir tun konnten.

Warum? Ihre Besitzerin hat am Abend den Rücken gecheckt: auf gesamter Länge schmerzhaft.

Holly leidet an PSSM, einer Erkrankung des Muskelstoffwechsels. Wenn es zu kalt ist, bekommt sie Muskelschmerzen. Letzte Woche war es ziemlich frisch und die Decke wohl zu dünn. Schmerzen in Muskulatur und im Rücken waren die Folge. Wie soll man da ruhig und ausbalanciert auf drei Beinen stehen? Das geht einfach nicht!

Heute dann ein komplett anderes Pferd: sie hat nochmal den Wintermantel angezogen und siehe da: es lief gut. Noch nicht wunderbar-prima, aber wirklich gut. Die Hufe sind versorgt.

Fazit: wenn euer (Kunden-) Pferd eigentlich bekanntes Verhalten plötzlich nicht mehr zeigt, checkt es auf Schmerzen! Und wenn ihr nichts findet, schaut ein zweites und ein drittes Mal hin.

Pferde sind Fluchttiere. Sie leiden still. An Verhalten zu arbeiten oder gar für unerwünschtes Verhalten zu strafen, wenn das Tier Schmerzen hat, ist einfach unfair.

Zum Glück hat Holly Bescheid gesagt: ich bin sehr froh, dass sie weiss, dass sie gehört wird. So musste sie nichts aushalten, was ihr nicht gut getan hätte, sondern wir konnten ihr helfen: die Besitzerin mit Sofortmaßnahmen und ich, indem ich einfach nochmal gekommen bin.

Was Holly bei jedem Termin zusätzlich hilft:

* aufwärmen

* Decke anlassen

* Zwischendurch eine Runde laufen

*Auf ausbalancierten Stand achten

* Entspannung verstärken

* Entspannte Menschen

Herzlichst

Huforthopädin Juliane Kautzsch

Krümels Weg in die Hufgesundheit

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern. (Afrikanisches Sprichwort)

Krümel…ein tragischer Fall.

Hufkrebs inklusive chronische Saumband Entzündung, die tückischste Form dieser Erkrankung.

Hufkrebs ist keine tumoröse Erkrankung, genauer gesagt ist Hufkrebs eine hypertrophe Pododermatitis.

Das bedeutet, hier hat man nicht mit Zellen zu tun, welche entartet sind (Krebs) sondern mit unnatürlich vergrößerten Zellen, welche nur noch Exsudate abgeben können und keine Verhornungsprozesse mehr stattfinden.

Im Fall einer chronischen Saumband Entzündung erkranken immer alle Hufe, nicht nur der durch Zwang und Enge provozierte Huf. Die Saume bilden Ödeme und lösen den Verbund, aufgrund von gestörten Verhornungsprozessen,zum Huf auf.

Die Folge ist ein Ausschuhen der Hornkapsel und führt am Ende zum Tod des Tieres.

Hufkrebs ist vermeidbar!

Ich mag hier kein bashing betreiben, diese Bühne überlasse ich anderen.

Ein Zitat von Konfuzius ist in diesem Fall dennoch zutreffend : “Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“

Zum Glück merkte die Besitzerin und dazugehörige Reitbeteiligung das hier etwas gehörig falsch läuft.

Abenteuerliche “Behandlungsmethoden” folgten durch selbst ernannte Experten und wurden sofort gestoppt durch die Besitzerin.

Tierärztin Lina Teßmann diagnostizierte das es sich um Hufkrebs handelt, kontaktierte mich, so konnte mit der Behandlung begonnen werden.

Nicht immer wird Hufkrebs als solcher diagnostiziert, noch immer halten sich Mythen um “abenteuerliche” Behandlungsmethoden und der Krankheitsentstehung!

Ein sehr gutes Management durch die gesamte Familie und alle anderen Betreuer rund um das Pferd wurde organisiert und sehr gut umgesetzt. Ohne das alles hätte ich als Huforthopädin keine Chance.

Leider war der Hufkrebs am Huf vorne links weit fortgeschritten und so musste im Bereich der medialen Trachten und Seitenwand in Zusammenarbeit mit Tierärztin Tina Baaken eine Exzision durchgeführt werden.

Gut Ding braucht Weile…und am Ende wurde alles Gut!

Ich wünsche Krümel ein langes schönes Pferdeleben.

Vielen Dank an das gesamte Team rund um Krümel, für Euer Vertrauen in meine Arbeit, für Eure Geduld und Euer Durchhaltevermögen.

Petra Thissen

Miriam Wittum

DIfHO® Ausbilderin Praxis

Durch ihr eigenes Pferd, welches schwer an Hufkrebs erkrankt war, kam Miriam zur Huforthopädie. Zusammen mit Huforthopäde Johannes Wittum nahm Sie den Kampf gegen diese tückische Hufkrankheit auf. Und die Zwei schafften das, von allen anderen Therapeuten*innen und Tierärzten*innen aufgegebene, Pferd zu heilen.

Mit der gemeinsamen Zeit und dem gemeinsamen Hoffen und Bangen kam auch die Liebe.

Miriam und Johannes heirateten und führen nun gemeinsam den Stall „Concentus Equorum“ in Simmersfeld/Fünfbronn welcher auch ein sehr geschätzter und beliebter Ausbildungshof der Huforthopädieschule und des DIfHO ist und auch eine sehr erfolgreiche Hufrehastation.

Um gemeinsam mit Ihrem Mann möglichst vielen Pferden wieder zu gesunde Hufe zu verhelfen absolvierte Miriam die Ausbildung zur Huforthopädin welche Sie 2018 erfolgreich abschloss. Seit 2021 unterstützt Miriam das Ausbilderteam in der Praxis.

Einfach Huforthopädie

“Natürlich” kann man ein Pferd mit schiefen Gliedmaßen laufen lassen, wie lange das “gut geht ” sei “dahingestellt”.

Zum Anfang der Geschichte… mit Eisen funktionierte irgendwie nicht, die “klassische” Barhufbearbeitung irgendwie auch nicht.

So kam die Besitzerin zur Wildpferdehuf-Theorie und fand diese logisch nachvollziehbar.

Was im Einzelfall funktionieren kann, muss jedoch unbedingt berücksichtigen, dass unsere Pferde keine Wildpferde mehr sind. Weder in der Haltung, Nutzung noch in der Genetik.

Zunächst ging es dem Pferd oder der Besitzerin auch gut mit der Methodik.

Zunehmend musste auf Hufschuhe zurück gegriffen werden, bis das Pferd eines Tages ohne Hufschuhe nicht mehr laufen konnte und immer öfter Lahmheiten, insbesondere vorne Rechts, zeigte.

Mir wurde das Pferd vorgestellt, eigentlich bin ich ja ausgebucht, konnte hier aber einfach nicht ablehnen.

Vorher: Eine Knochensäule nach außen verdreht, weil der Huf in einer für das Pferd nicht optimalen Idealität bearbeitet ist und somit unter dem Schwerpunkt rausgedreht wird, um Schmerz zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt ist das Pferd bereits lahm und insbesondere Wendungen sind ein großes Problem für das Tier.

Wir haben etwa 4 Monate gebraucht um es komplett Lahmfrei zu bekommen und circa 6 Monate um komplett von Hufschuhen weg zu kommen.

Nachher: etwa 5 Monate später. Die Knochensäule richtet sich wieder unter dem Schwerpunkt aus. Das Pferd ist lahmfrei… Natürlich befindet sich der Huf zu diesem Zeitpunkt noch in Rehabilitation. Bis heute ist das Pferd lahmfrei geblieben.

Heute darf der nette ältere Wallach wieder bewegt werden, geritten oder wozu die beiden auch immer Lust haben.

Eine Röntgenaufnahme bestätigte zusätzlich eine gesunde Knochensäule, ich freue mich sehr für Pferd und Besitzerin.

Seid gut zwei Jahren in meiner Betreuung und gerne noch so lange die Beiden möchten.

Huforthopädin Petra Thissen

Von der Rinderklaue zum Pferdehuf

Kurz nachdem ich im Mai 2017 meine Abschlussprüfung zur Huforthopädin bestanden hatte, bekam ich einen Hilferuf einer verzweifelten Pferdebesitzerin.

Das Pferd um das es ging war zu dem Zeitpunkt schon fast 20 Jahre in Ihrem Besitz. Zusammen mit ihrem Pony standen die Beiden die ganzen Jahre bei ihr zu Hause , es herrschten immer die gleichen Bedingungen und Bodenverhältnisse.

Doch als ihr Schmied nach Jahren in Rente ging, nahm das Unheil seinen Lauf . In Ostfriesland einen neuen, zuverlässigen Schmied zu finden ist gar nicht so einfach . Als ein Neuer gefunden war dauerte es nicht lange und es entstanden an allen vier Hufen massive Spalten und zwar genau in der Zehenmitte.

Die Besitzerin wurde von Bearbeitung zu Bearbeitung unsicherer und unzufriedener, denn das kannte sie von ihrem Pferd nicht . Sie redete mit dem Hufschmied über ihre Sorgen und bekam als Antwort es läge an ihrem mit Bakterien versuchtem Boden , so hat er ihr sämtliche Mittelchen empfohlen.

Sie hat es alles angewendet ohne Erfolg und sie stellte sich immer öfters die Frage wieso denn nur das Pferd betroffen ist aber nicht ihr Pony ,denn wenn es Bakterien aus dem Boden wären müsste doch auch das Pony irgendwas haben. Es ging etwas Zeit ins Land und der Schmied wurde immer unfreundlicher und wollte schlussendlich Hufeisen auf alle viel Hufe nageln. Daraufhin hat die Besitzerin die Reißleine gezogen, weil sie ihrem über 20 Jahre altem Pferd, das nie im Leben Eisen hatte, auch keine verpassen wollte. So trennten sich ihre Wege. Über die DIFHO Homepage ist sie dann zum Glück auf mich gestoßen.

Als ich den Fall übernahm war ich erschrocken über den Zustand, so einen Fall hatte ich in meiner damals noch so frischen Laufbahn noch nicht gehabt, aber schnell haben wir Erfolge verzeichnen können.

Die regelmäßige richtige Bearbeitung alle 4 Wochen ließ die Spalten von Mal zu Mal weiter herauswachsen.

Nach  1 ½  Jahren hatten wir an allen vier Hufen eine intakte Hufform. Die Besitzerin war sehr glücklich und ich natürlich auch. Im November 2022 ist der Wallach leider verstorben aber er ist ohne Eisen alt geworden und hatte, seitdem ich ihn 2017 übernahm, auch nie wieder Probleme mit den Hufen. Das war ein schönes Happy End.

Huforthopädin Annemarie Steffens

Erfolgsfaktor Kooperation

Eine weiteren Geschichte von Juliane Kautzsch

Das ist Jenny. Als ich Jenny im Februar kennengelernt habe, konnten wir über so ein entspanntes Foto nicht einmal nachdenken.

Bei unserem ersten Treffen hat Jenny mich mit jeder Menge Infos versorgt- vor allem Infos darüber, was sie nicht so cool findet.

Was ist inzwischen passiert? Jede Menge, und ich freue mich wahnsinnig darüber!

Wir haben alle Infos gesammelt, die Jenny uns zur Verfügung gestellt hat, haben unsere Schlüsse daraus gezogen und Dinge verändert. Ihre Besitzerin und ihre Reitbeteiligung haben fleißig mit Jenny geübt. Und so ist die Hufbearbeitung mittlerweile eine entspannte Sache (s. Foto). Bei fast einer Tonne Pferd weiß ich das sehr zu schätzen 😉

  1. Jenny fand den ungewohnten Anbindeplatz vom ersten Termin nicht gut. à die Huftermine finden jetzt an ihrem gewohnten Putzplatz statt, auch wenn ich mein Werkzeug dort etwas länger hintragen muss.
  2. Jenny brauchte Zeit: Zeit um überhaupt an ihrem Stall anzukommen, dort ist sie noch kein Jahr. Zeit um mit ihrer Besitzerin mehr Vertrauen aufzubauen – bei ihr ist sie auch noch nicht lange. Zeit, um mich kennenzulernen – ich würde auch nicht jedem meine Füße geben.
  3. Geduldiges Üben: Einfach dranbleiben, weiterüben, Ruhig bleiben. Das hat irre viel geholfen.
  4. Jenny hatte -wie so viele Pferde- Probleme, ihre Balance auf drei Füßen zu finden. Wir beachten das, indem wir sie so hinstellen, dass ihr der Standort hilft, sich zu balancieren (Bergauf). Und ich frage die Füße an, die gerade „frei“ sind. So braucht sie keine Angst mehr zu haben, dass sie umkippt.
  5. Futterbelohnungen im richtigen Timing – ein kleiner Keks zum richtigen Zeitpunkt gibt Jenny eine Info, welches Verhalten wir toll finden und versüßt das Mitmachen. Beim letzten Termin konnten wir die meiste Zeit mit Heupellets belohnen. Das ist ein wirklich niederwertiger Verstärker.

Das Beispiel von Jenny zeigt mir mal wieder: Dranbleiben lohnt sich!

Die Kooperation des Pferdes ist die Basis für den Erfolg der Hufbearbeitung. Nur dann kann ich mein bestes Handwerk abliefern.

Ein großer Dank an Jennys Besitzerin und Reitbeteiligung!

Das schönste Weihnachtsgeschenk. Hufkrebs ausgeheilt

Eine weitere eigentlich tragische Geschichte nimmt einen guten Verlauf, und ich bin sehr glücklich darüber. Hufkrebs (fachlich korrekt, Pododermatitis chronica verrucosa), anfangs oft verharmlost, viel Unkenntnis über diese Krankheit im Umlauf und wie so oft, Behandlungsfehler welche immer noch angewendet werden. In diesem Fall das verbrennen erkrankter Bereiche.

Wut über diese fachlich vollkommen fragwürdigen Behandlungen trage ich tatsächlich in mir, ich vertiefe das nicht weiter. Es hilft niemanden, am wenigsten den Betroffenen.

Das Pferd hier war an “Strahlkrebs” erkrankt. Nun hieß es kämpfen das nicht weitere Lederhäute involviert werden, was die Behandlung schwieriger macht.

Hufkrebs unbehandelt führt zum Tod des Tieres, der Prozess kann über Wochen bis viele Monate andauern. Prognosen über den Zeitraum kann man nicht voraussagen, außer das es nicht von selbst abheilen wird, die Krankheit fortschreitet.

Mit fachlichen Kenntnissen und einem guten Team um das Pferd herum, ist “Hufkrebs” heilbar. Der hübsche Friese hatte Glück das die Besitzer skeptisch gegenüber dem Schmied wurden und Dr. Nicole Oekentorp und Lina Teßmann (Tierärzte) kontaktierten welche Erfahrungen haben und entsprechend auf das Krankheitsbild reagieren und mit mir zusammen arbeiten. Danke für das Vertrauen.

Es ist alles gut gegangen. Nun wünsche ich dem hübschen Kerl wieder viel Spaß beim Spielen in Pfützen, schöne Ausritte mit seiner Besitzerin und was immer die Beiden zusammen glücklich macht.

Ein schöner Jahresabschluss für mich.

Huforthopädie Petra Thissen