DIfHO® Deutsches Institut für Huforthopädie

Erfolgreiche Barhufumstellung – Keine Frage des Alters!

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Die Frage der Barhufumstellung stellt sich heute erfreulicherweise immer häufiger, wenn die Pferdebesitzer die Vorteile des Barhufes für das Pferd erkannt haben.

Oftmals stellt sie sich aber auch erst dann, wenn kein Eisen mehr hält, der Hufzustand sich permanent verschlechtert oder das Pferd sogar mit Eisen nicht mehr lahmfrei laufen kann.

Glücklicherweise wird das Horn ständig nachgebildet, so dass ein Pferd in jedem Alter und unabhängig von der Beschlagsdauer umgestellt werden kann!

Viel zu selbstverständlich wird ein Pferd oft durch Unwissenheit und mangels ausbleibender kompetenter Beratung mit Eisen beschlagen, sobald es in die Nutzung genommen wird.

Das ist schade und meist unnötig, da bei heutiger Nutzung ein Abriebschutz oftmals gar nicht notwendig ist und die Nachteile für die Pferdegesundheit gegenüber dem Abriebschutz überwiegen.

Eine Umstellung ist jedoch in jedem Alter möglich. Es sollte gerade bei älteren Pferden höchste Priorität auf gute und regelmäßige Hufbearbeitung gelegt werden, damit die Pferde, wenn auch vielleicht schon altersbedingte Knochenprobleme vorliegen, bestmögliche Lebensqualität durch bestmögliche Hufe haben. Ein „zu alt dafür“ gibt es nicht, denn auch im Alter wird das Horn ständig nachproduziert.

Viele Pferdebesitzer sind schon an einer Umstellung gescheitert. Dadurch sind sie entmutigt und sicher, dass ihr Pferd einfach nicht barhuf laufen kann. Lassen Sie sich nicht entmutigen, denn:

Gründe hierfür liegen meist einfach nur in Unkenntnis und Nichtbeachtung der für die Umstellung wichtigen Faktoren:

Sobald ein Huf mit Eisen beschlagen wird, fehlen ihm auf dem starren Material die Reize des Bodens. Das hat zur Folge, dass der Huf minderwertiges Horn produziert. Die Lederhäute werden nicht ausreichend angeregt, festeres und somit abriebstabiles Horn zu bilden. Der Huf passt sich demnach auch in Bezug auf die Hornqualität dem Untergrund auf dem er sich aufhält an. Nimmt man nun die Eisen ab und reitet im schlimmsten Fall munter wie gewohnt drauf los, so kann es schnell zu einem Ungleichgewicht zwischen Wachstum und Abrieb kommen. Hinzu kommt, dass das Horn der Hufwand durch die Nagellöcher perforiert und oft durch Rillen und Risse demarkiert ist. Dadurch kommt es oftmals zu Tragrandausbrüchen und zu erhöhtem Hornverlust. Das Pferd wird dadurch für eine gewisse Zeit auf Bereichen seiner Sohle laufen müssen. Da diese aber nicht für das Tragen ausgelegt ist, kann sie diese Aufgabe nur unter Schonung erfüllen, bis tragfähiges Tragrandhorn nachgewachsen ist.

Weiterhin formt der Boden-Untergrund mit seiner wechselnden Beschaffenheit ständig die Hornkapsel und gibt an diese Reize ab. Das unbeschlagene Pferd nimmt diese Reize auf, ertastet sensibel den Boden und kann behutsam mit seinen Gliedmaßen umgehen. Die Hufmechanik (= Gesamtheit der Verwindungsmöglichkeit des Hufes) ermöglicht der Hornkapsel Unebenheiten des Bodens auszugleichen und somit dämpfend zu wirken. Dies ist auch für alte Pferde, die oftmals unter Arthrosen leiden, ein wichtiges Kriterium: Solange der Huf auf dem starren Eisen fixiert ist, ist er dieser Mechanik nicht ausgesetzt, allerdings ist die durch die Starre des Eisens ausgeschaltete Hufmechanik eher gelenkschädigend, weil die Dämpfung fehlt. Das Pferd muss sich nach der Eisenabnahme unter Umständen erst einmal an das „neue“ Laufgefühl gewöhnen und wird zunächst übervorsichtig laufen. Dies wird dann in manchen Fällen als schmerzhafte Fühligkeit missverstanden, welche aber einen schonenden Umgang mit Knochen und Gelenken bedeutet. Hier liegt die Lösung für diese Phase in etwas Geduld und Rücksicht. Im Laufe der Umstellung wird sich das für das Barhufpferd individuelle „normale Ertasten“ einspielen.

Aufschluss über eine echte „schmerzhafte Fühligkeit“ kann die fachgerechtete Untersuchung mit der Hufuntersuchungszange geben.

So funktioniert es!

Die erfolgreiche Barhufumstellung:

Die Barhufumstellung wird dann gelingen, wenn sie individuell auf das Pferd ausgelegt ist. Dazu berät sie Ihre DIfHO®-Huforthopädin / Ihr DIfHO®-Huforthopäde gerne.

Wichtig ist es, vor Eisenabnahme folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Wie ist die Hufsituation?
  • Liegen Erkrankungen vor?
  • Wie wird das Pferd gehalten?
  • Auf welchen Untergründen bewegt es sich täglich?
  • Wie wird das Pferd genutzt?
  • Welcher Umstellungszeitpunkt ist günstig?

Abhängig von der Ausgangssituation des Pferdes ist die Dauer der Umstellung und die ggf. erforderliche Dauer der Schonung: Sie kann relativ kurz sein oder auch länger dauern und mit vorübergehenden Problemen verbunden sein.

Wichtig ist hier eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen dem Pferdebesitzer und der Huforthopädin / dem Huforthopäden. Gegebenenfalls  sind anfänglich kürzere Bearbeitungsintervalle sinnvoll. Der Huf wird dabei so bearbeitet, dass es zu möglichst geringen Hornverlusten kommt und dass sich der Huf in seiner Form rehabilitieren kann. Inwiefern das Pferd für eine gewisse Zeit aus der Nutzung genommen werden muss, bis stabiles Horn nachgewachsen ist, muss vor Ort von Fall zu Fall und bei jedem Termin entschieden werden.

Sicher ist, dass anfängliche Schwierigkeiten, wie das Wegbrechen von Tragrändern und instabiles Horn im Laufe der Zeit immer weniger werden, da tragfähiges Horn von oben her nachgebildet wird.

Oftmals entscheiden sich Pferdebesitzer erst zu einer Eisenabnahme, wenn es keine Alternativen mehr gibt. Schön wäre es, wenn es gar nicht dazu kommt, – jedoch:

Die Huforthopädie nach Jochen Biernat hat gezeigt, dass es mit dieser Barhufbearbeitung möglich ist, auch als hoffnungslos erachtete Fälle unabhängig vom Alter des Pferdes zu rehabilitieren und die Hufe in eine für das Pferd physiologische und somit für das Pferd angenehme Form zurück zu steuern. Durch Ihre Entscheidung zur Barhufumstellung wird Ihr Pferd sich mit unserer Hilfe einen widerstandsfähigen und gesunden Huf zurück erlaufen können.

By |22. März 2015|0 Kommentare
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