wenn möglich, bei Cushing EMS usw. medikamentös einstellen lassen
– Auf weichen Boden stellen
– Aderlass veranlassen (alternativ allerdings nicht so effektiv: Blutegel)
ohne Aderlass muss das Tier komplett allein entgiften. Ggf. wieder Auffüllen lassen.
– Hufe auf Polsterverbände stellen die den Tragrand entlasten.
Damit wird die Zerreissung der Blättchenschicht verringert da das Rotieren der Hornkapsel eingedämmt wird.
— Kein höher stellen der Trachten!!
– Nur Erhaltungsfutter (gewaschenes Heu, Stroh)
Aus engmaschigen Heunetzen, ggf. Salzleckstein entfernen, kein Mineralfutter, Müsli, Leckerli. NUR gewaschenes Heu in kleinen Mengen
Was NICHT im akuten Schub :
– Entzündungshemmer
– Schmerzmittel die Phenylbutazon enthalten
Phenylbutazon kann sogar Rehe auslösen. Besser gar keine oder nur geringe (rehegeeignete) Schmerzmittel einsetzen. Es soll ja geschont werden.
– Kühlen mit Eiswasser
Bei Rehe findet schon ein Blutunterversorgung statt, Eiswasser verstärkt die Unterversorgung nur noch mehr.
– Entfernen der Zehe
Das Pferd steht dann wie auf Brückenpfeiler, die schon geschwächt Hornkapsel wird noch mehr geschwächt.
– Trachten höher stellen
Das Tier wird damit direkt auf den Schmerzpunkt gestellt!
Die Hornkapsel rotiert, NICHT das Hufbein
Was nicht bei Rehe
– Beschlag, egal welcher Art, auch nicht geklebt
der Huf muss regelmäßig (alle 1-2 Wochen) vorsichtig und klug von reheerfahrenen Hufbearbeiter*in bearbeitet werden. Ein Beschlag verhindert dies, belastet zudem den schon geschwächten Huf weiter.
– Spezielle Kräuter oder sonstige “Rehefuttermittel”
Das Tier muss in der akuten Phase entgiften. Einsatz von naturheikundlichen Mitteln immer erst wenn der akute Schub vorbei ist. Spezielles im Handel erhältliches Rehefutter, (Rehe)Mineralfutter usw. ist nicht zu empfehlen.
– Aufscheuchen
ruhig Liegen lassen, die Hufe tun weh. Liegen schont die Hufe. Dem Pferd einen bequemen Untergrund zum Liegen anbieten.
Was nach dem akuten Schub:
– Keine Boxenruhe
wenn das Tier sich bewegen mag lassen Sie es. Boxenruhe zieht nur einen Rattenschwanz von weiteren Wehwechen nach sich.
– Keine Wurmkur mind. 8 Monate besser 12
– Keine Impfungen mind. 8 Monate besser 12
– Achten das keine Medikamente verabreicht werden die in Verdacht stehen Rehe auszulösen.
– Wir empfehlen auch keinen Weidegang für 6-8 Monate und ggf. sogar nie mehr.
Dies sollte aber der/die Besitzer*ìn selbst entscheiden. Dann aber besonders vorsichtig anweiden.
– Kein Beschlag
Beschlag dient allein zum Abriebschutz und eignet sich nicht für kranke oder fehlgestellte Hufe. Besser Hufschuhe wenn Schutz benötigt wird. Beschlag, wenn nötig, erst wieder wenn der Huf mindestens einmal durchgewachsen ist und optimal da steht.
Oft wird von verschiedenen Wegen gesprochen, die zum Ziel führen. Sicher hätte ich das Argument so akzeptiert, wenn die Ergebnisse zumindest vergleichbar wären, oder dass eine einfach „nur“ mehr Zeit oder Arbeit gekostet hätte. Oder einfach umständlicher gewesen wäre. Leider wurde ich jetzt wieder in einen Fall involviert, in dem der andere Weg unweigerlich zum Tod des Pferdes führte und hier sehe ich mich in der Pflicht aufzuklären.
Es gibt verschiedene Gründe, warum Huflederhäute freiliegen. Einfache Gründe sind die Folgen eines Hufgeschwüres, Hufabszesses, Verletzung. Problematischer sind Sohlenablösungen bei Hufrehe nicht zu verwechseln mit einem Hufbeindurchbruch.
Liegt eine Huflederhaut frei, treffen sich möglichst Tierarzt und Hufbearbeiter*in um sich um das Problem zu kümmern. Dabei sorgt der der Tierarzt für mindestens für eine Leitungsanästhesie, um den betroffenen Huf schmerfrei zu machen. Ist das Pferd eher unruhig wird er es zusätzlich noch sedieren. In seltenen Fällen wird er es ablegen, was aber dann sicher in der Tierklinik von statten gehen sollte.
Ist das Pferd vorbereitet geht es an den Huf. An den Stellen, an denen Lederhaut vom Horn abgelöst ist, muss das Horn trichterförmig entfernt werden, bis ein fester Verbund zwischen Horn und Lederhaut feststellbar ist. Zu Entfernende Überhänge können per Sondieren festgestellt werden.
Warum ist das so wichtig:
Spitz zu laufendes Horn kann auf die Lederhaut drücken und dieses Reizen oder Schädigen. Lederhäute nässen um sich „sauber zu schwämmen“. Deshalb wird es unter Überhängen immer nässen und so den Verhornungsprozess verhindern.
Ist die freiliegende Lederhaut perfekt frei gelegt, kommt der Verband. Hier helfen spezielle nicht verklebende Tupfer oder Eichrindenpulver, um direkt die Lederhaut gleichmäßig abzudecken. Dann den Horndefekt auf gleiche Höhe mit der Umgebung bringen und sanften Druck auf die Stelle bringen.
Auf der Sohle genügt derselbe Druck, der auf die Umgebung wirkt, bei Belastung. Oft wird mit Hilfe von Klebeband und Gewalt mit übermäßigem Druck eine Mullbinde auf die offene Lederhaut gepresst. Das ist zu einem unnötig und zum anderen schmerzhaft für das arme Pferd. Die nichtverklebenden Tupfer oder Eichenrindenpulver sorgen für ein Abtrocknen der Lederhaut.
Nicht!!! auf die offene Lederhaut gehören fettende Tupfer oder Cremes, Jod. Normale Gaze-Tupfer verwachsen mit dem neuen Horn. Beim Abziehen des Tupfers läuft man Gefahr bereits verhornte Stellen wieder zu öffnen.
Oft wir das erste sich bildende Horn mit Eiter verwechselt. Hier mischt sich das abgegebene Exsudat (wasserähnliche Flüssigkeit) mit den 1. Hornzellen. Was zunächst eine helle breiige Flüssigkeit darstellt, aber ein gutes Zeichen ist.
Verbandwechsel ca. alle 3 Tage.
Je nach Zustand der Lederhaut dauert der Verhornungsprozess. Eine aufgequollene Lederhaut muss sich erst beruhigen bevor sie wieder Horn bilden kann. Diese wird mit dem Beruhigen auch an Volumen abnehmen. Teilweise bildet sie aber trotzdem schon vermeintlich abschließendes Horn über der Lederhaut.
Nimmt das Volumen der Lederhaut unter dem Horn weiter ab, kann sich das wie ein Rückfall anfühlen, bzw. wie ein wiederholtes Hufgeschwür und muss dann auch so behandelt werden. Also wieder TA für die Sedierung, zum Überhänge freilegen… .
Dies ist nichts ungewöhnliches und kommt besonders bei großflächigen freiliegenden Lederhäuten häufig vor. Und ist kein Grund das Pferd aufzugeben. Eine Komplette Verhornung kann je nach Fall zwischen 10 Tagen und 10 Wochen in Anspruch nehmen. Hier ist Geduld gefragt.
Was ist kein Grund zum Einschläfern?
Ein „Loch“ im Huf aus dem es endlos nässt: Hier wie beschrieben TA-holen, verfolgen, freilegen.
Vorgewölbte Sohle bei Rehe, Sohle „blättert“ ab: Hier wie beschrieben TA-holen, verfolgen, freilegen. Hierbei quetscht die Sohlenfläche des Hufbeins die Sohlenlederhaut. In dem Stadium ist die Heilungschance sehr hoch, wenn auch der Rehe-Schub im Griff ist.
Exsudat aus Kronrand: Durchbruch von Hufgeschwür, Problem löst sich meist von selbst, seltener muss die Lederhaut frei gelegt werden.
Lederhaut scheint nicht zu verhornen: Geduld.
Kritischer: Lederhaut nekrotisch. Mit TA Blutstau erzeugen, nekrotische Teile entfernen. Heilungschancen vorhanden.
Bedenklich: Hufbeindurchbruch Hufbeinspitze bohrt sich durch die Sohle.
Thema Ausschuhen: Ausschuhen heißt nicht Saumelderhaut entzündet. Oder Hufgeschwürdurchbruch, an einer Stelle des Kronrandes. Beim Ausschuhen lösst sich am Kronrand ringsherum die Hornkapsel, die Kronlederhaut sieht aufgequollen aus. Pferd liegt hat große Schmerzen.
No go:
Verschließen von nässenden „Löchern“ mit Kunststoff, Klebern.
Der Druck wird ansteigen, das Pferd wird vor Schmerz lahmen das Nässen wird nicht aufhören, wenn die ursächliche Stelle nicht freigelegt und zum Abtrocknen gebracht wird.
Heiß Beschlag.
Beim Aufbrennen kocht das Exsudat auf und kocht die sehr empfindliche Lederhaut mit, was den Heilungsprozess im besten Fall zurück wirft, im schlechtesten Fall die Lederhaut zerstört und so auch das Pferd tötet.
Vermeintliche Begründungen: das Schmelzen von Horn, Austrocknen von nässenden Stellen, desinfizieren mit Glühen.
Deckeleisen
Nicht zu Öffnen mit Leder oder Stahlplatte: So ist keine Kontrolle möglich, was unter dem Deckel passiert. Bakterienbefall, Lederhaut gereizt? Völliger Blindflug. Oft nur als Heißbeschlag möglich, deshalb ist davon abzusehen.
Deckeleisen, Deckel kann geöffnet werden: Sehr schwere Konstruktion nötig, Verletzungsgefahr beim Öffnen für Mensch und Pferd. Jedoch zumindest eine Kontrolle ist möglich.
Verbandanlegen geht meist einfacher und Gefahr des Fingerquetschens ist geringer.
Also niemals Deckel drauf und das Beste hoffen sondern Augen auf und passenden Verband drauf – das kann Leben retten!
Der Hufrollenbefund zählt sicher zu den bekanntesten und auch häufigsten krankhaften Befunden im Hufbereich. Der Hufrollenkomplex besteht aus der Sehnengleitfläche des Strahlbeins, dem Anteil der tiefen Beugesehne und einem Hufrollenschleimbeutel. Zusammen mit der proximalen Gelenkfläche des Hufbeins und das distale Ende des Kronbeins ist das Strahlbein Teil des Hufgelenks.
Beim Beugen der Gliedmaße dient das Strahlbein als „Umlenkrolle“ für die tiefe Beugesehne, deren distales Ende Fächerförmig unter dem Hufbein ansetzt und proximal des Karpalgelenks in den tiefen Zehenbeugermuskel übergeht.
Das Strahlbein ist hierbei sehr großen Kräften ausgesetzt. Fehlstellungen fördern den Verschleiß erheblich. Wie kompensationsfähig Pferde doch sind, konnten wir bei einem Seziertermin feststellen.
Nach Entfernen der Hufsohle, des Strahls und dessen Polster, wollten wir den Zustand der tiefen Beugesehne betrachten. Dabei entdeckten wir eine Strahlbeinzyste mit komplett durchgebrochener Knochenschale.
Das erstaunliche dabei war, dass die Tiefe Beugesehne, die ja normalerweise über die Sehnengleitfläche gleitet, untrennbar in dem Knochendefekt bzw. Zyste verwachsen war.
Auch schön zu sehen die rote und teilweise schwarzfarbene Sohlenlederhaut. Dabei wurde bei diesem Huf mit den schwarzen Bereichen schwarz pigmentiertes Sohlenhorn produziert und bei den roten Bereichen helles Hufhorn.
Um das Ausmaß des Knochendeffekts besser sichtbar zu machen, wurde das Strahlbein ausgekocht, damit sich alle Weichteilreste lösten.
Röntgenologisch diagnostiziert, beim noch lebenden Pferd, wäre solch eine Veränderung als hochdramatisch eingestuft worden.
Vielleicht hat sich die Natur durch das Verwachsen geholfen und so das Pferd vor erheblichen Schmerzen bewahrt?
Hier kann man nur mutmaßen. Die Beweglichkeit des Hufgelenks war dadurch jedoch eingeschränkt, was keinen Physiologischen Bewegungsablauf mehr zugelassen hat.
Die Hufrehastation bieten dem Rehapferd eine Unterbringung direkt in einer Patientenbox auf dem Hof der Tierärztin an. Hier wird sich mit Fachverstand jedem Hufproblem gewidmet was Pferd oder Pony so mitbringt (die Aufnahme von schweren Kaltblütern ist nicht möglich). Besondere Erfolge bestritt Petra Thissen in Kombination mit der Tierärztin in Fällen von Hufkrebs und schweren Abszessen.
Auf dem beliebte DIfHO® Ausbildungshof concentus Equorum in Simmersfeld/Fünfbronn wird sich mit Herzblut und Erfahrung auch Hufrehapatienten angenommen.
In hellen und luftigen Ställen mit Laufpaddock kommen die Patientenpferde unter.
Die Gabe von Medikamenten und das Anlegen von nötigen Verbänden ist selbstverständlich.
Besonderen Ruhm erreichte diese Rehastation unter Johannes Wittum mit seinen Erfolgen bei oftmals schon aufgegebenen Hufkrebspatienten.
Familie Wittum Bergstraße 7 72226 Simmersfeld / Fünfbronn
Hier können Pferde mit Hufproblematiken aller Art huforthopädisch behandelt werden.
Es stehen luftige Paddockboxen zur Verfügung, die den Pferden, ihren natürlichen Bedürfnisse entsprechend, Luft, Licht und Sozialkontakt bieten. Zusätzlich gibt es größere Bewegungspaddocks und großzügige Weiden.
Zur Anlage gehört eine Reithalle (20×40) sowie ein Außenplatz.
Penible Stallhygiene und individuelle Fütterung speziell bei Hufrehepferden oder Pferden mit Stoffwechselproblematik sind selbstverständlich!
Behutsames Aufbautraining und Profiberitt können als zusätzliche Dienstleistungen angeboten werden.
Mit Tierärztin Dr. Karoline von Bassewitz und Huforthopädin Michelle Yakobi.
Auf diesem Hof mit Reithalle, Reitplatz, luftigen Boxen und vielem mehr wird dem Patientenpferd neben der Huforthopädie noch Akkupunktur nach TCM, Chiropraktik, Aquatraining, Equine Spa, Mikrovibrationsplatte, Soletherapie, Solarien sowie Aufbautraining als begleitende Therapie angeboten.
Eine tolle Zusammenarbeit mit Experten dazu diese fantastische Anlage all das bietet hervorragende Bedingungen um den geliebten Vierhufer bestens betreut wieder zu optimalen Hufen und zu guter Gesundheit zu verhelfen.
Artgerechte Haltung wird hier großgeschrieben, damit sich die Pferde und Ponys auch in der Rehaphase so wohl wie möglich fühlen. Das Heu, Stroh und Getreide kommt aus dem eigenen Betrieb und wird unter Dach gelagert. Das Füttern von mitgebrachtem Futter sowie nötige Medikamentengaben wird gern übernommen. Reithalle und beleuchteter Allwetterreitplatz können wunderbar zum Aufbau/Erhalt der Muskulatur genutzt werden.
Die Frage der Barhufumstellung stellt sich heute erfreulicherweise immer häufiger, wenn die Pferdebesitzer die Vorteile des Barhufes für das Pferd erkannt haben.
Oftmals stellt sie sich aber auch erst dann, wenn kein Eisen mehr hält, der Hufzustand sich permanent verschlechtert oder das Pferd sogar mit Eisen nicht mehr lahmfrei laufen kann.
Glücklicherweise wird das Horn ständig nachgebildet, so dass ein Pferd in jedem Alter und unabhängig von der Beschlagsdauer umgestellt werden kann!
Viel zu selbstverständlich wird ein Pferd oft durch Unwissenheit und mangels ausbleibender kompetenter Beratung mit Eisen beschlagen, sobald es in die Nutzung genommen wird.
Das ist schade und meist unnötig, da bei heutiger Nutzung ein Abriebschutz oftmals gar nicht notwendig ist und die Nachteile für die Pferdegesundheit gegenüber dem Abriebschutz überwiegen.
Eine Umstellung ist jedoch in jedem Alter möglich. Es sollte gerade bei älteren Pferden höchste Priorität auf gute und regelmäßige Hufbearbeitung gelegt werden, damit die Pferde, wenn auch vielleicht schon altersbedingte Knochenprobleme vorliegen, bestmögliche Lebensqualität durch bestmögliche Hufe haben. Ein „zu alt dafür“ gibt es nicht, denn auch im Alter wird das Horn ständig nachproduziert.
Viele Pferdebesitzer sind schon an einer Umstellung gescheitert. Dadurch sind sie entmutigt und sicher, dass ihr Pferd einfach nicht barhuf laufen kann.Lassen Sie sich nicht entmutigen, denn:
Gründe hierfür liegen meist einfach nur in Unkenntnis und Nichtbeachtung der für die Umstellung wichtigen Faktoren:
Sobald ein Huf mit Eisen beschlagen wird, fehlen ihm auf dem starren Material die Reize des Bodens. Das hat zur Folge, dass der Huf minderwertiges Horn produziert. Die Lederhäute werden nicht ausreichend angeregt, festeres und somit abriebstabiles Horn zu bilden. Der Huf passt sich demnach auch in Bezug auf die Hornqualität dem Untergrund auf dem er sich aufhält an. Nimmt man nun die Eisen ab und reitet im schlimmsten Fall munter wie gewohnt drauf los, so kann es schnell zu einem Ungleichgewicht zwischen Wachstum und Abrieb kommen. Hinzu kommt, dass das Horn der Hufwand durch die Nagellöcher perforiert und oft durch Rillen und Risse demarkiert ist. Dadurch kommt es oftmals zu Tragrandausbrüchen und zu erhöhtem Hornverlust. Das Pferd wird dadurch für eine gewisse Zeit auf Bereichen seiner Sohle laufen müssen. Da diese aber nicht für das Tragen ausgelegt ist, kann sie diese Aufgabe nur unter Schonung erfüllen, bis tragfähiges Tragrandhorn nachgewachsen ist.
Weiterhin formt der Boden-Untergrund mit seiner wechselnden Beschaffenheit ständig die Hornkapsel und gibt an diese Reize ab. Das unbeschlagene Pferd nimmt diese Reize auf, ertastet sensibel den Boden und kann behutsam mit seinen Gliedmaßen umgehen. Die Hufmechanik (= Gesamtheit der Verwindungsmöglichkeit des Hufes) ermöglicht der Hornkapsel Unebenheiten des Bodens auszugleichen und somit dämpfend zu wirken. Dies ist auch für alte Pferde, die oftmals unter Arthrosen leiden, ein wichtiges Kriterium: Solange der Huf auf dem starren Eisen fixiert ist, ist er dieser Mechanik nicht ausgesetzt, allerdings ist die durch die Starre des Eisens ausgeschaltete Hufmechanik eher gelenkschädigend, weil die Dämpfung fehlt. Das Pferd muss sich nach der Eisenabnahme unter Umständen erst einmal an das „neue“ Laufgefühl gewöhnen und wird zunächst übervorsichtig laufen. Dies wird dann in manchen Fällen als schmerzhafte Fühligkeit missverstanden, welche aber einen schonenden Umgang mit Knochen und Gelenken bedeutet. Hier liegt die Lösung für diese Phase in etwas Geduld und Rücksicht. Im Laufe der Umstellung wird sich das für das Barhufpferd individuelle „normale Ertasten“ einspielen.
Aufschluss über eine echte „schmerzhafte Fühligkeit“ kann die fachgerechtete Untersuchung mit der Hufuntersuchungszange geben.
So funktioniert es!
Die erfolgreiche Barhufumstellung:
Die Barhufumstellung wird dann gelingen, wenn sie individuell auf das Pferd ausgelegt ist. Dazu berät sie Ihre DIfHO®-Huforthopädin / Ihr DIfHO®-Huforthopäde gerne.
Wichtig ist es, vor Eisenabnahme folgende Faktoren zu berücksichtigen:
Wie ist die Hufsituation?
Liegen Erkrankungen vor?
Wie wird das Pferd gehalten?
Auf welchen Untergründen bewegt es sich täglich?
Wie wird das Pferd genutzt?
Welcher Umstellungszeitpunkt ist günstig?
Abhängig von der Ausgangssituation des Pferdes ist die Dauer der Umstellung und die ggf. erforderliche Dauer der Schonung: Sie kann relativ kurz sein oder auch länger dauern und mit vorübergehenden Problemen verbunden sein.
Wichtig ist hier eine gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen dem Pferdebesitzer und der Huforthopädin / dem Huforthopäden. Gegebenenfalls sind anfänglich kürzere Bearbeitungsintervalle sinnvoll. Der Huf wird dabei so bearbeitet, dass es zu möglichst geringen Hornverlusten kommt und dass sich der Huf in seiner Form rehabilitieren kann. Inwiefern das Pferd für eine gewisse Zeit aus der Nutzung genommen werden muss, bis stabiles Horn nachgewachsen ist, muss vor Ort von Fall zu Fall und bei jedem Termin entschieden werden.
Sicher ist, dass anfängliche Schwierigkeiten, wie das Wegbrechen von Tragrändern und instabiles Horn im Laufe der Zeit immer weniger werden, da tragfähiges Horn von oben her nachgebildet wird.
Oftmals entscheiden sich Pferdebesitzer erst zu einer Eisenabnahme, wenn es keine Alternativen mehr gibt. Schön wäre es, wenn es gar nicht dazu kommt, – jedoch:
Die Huforthopädie nach Jochen Biernat hat gezeigt, dass es mit dieser Barhufbearbeitung möglich ist, auch als hoffnungslos erachtete Fälle unabhängig vom Alter des Pferdes zu rehabilitieren und die Hufe in eine für das Pferd physiologische und somit für das Pferd angenehme Form zurück zu steuern. Durch Ihre Entscheidung zur Barhufumstellung wird Ihr Pferd sich mit unserer Hilfe einen widerstandsfähigen und gesunden Huf zurück erlaufen können.
Hufe zeigen, wenn sie nicht oder noch nicht intakt sind. Dabei ist der Zustand des jeweiligen Hufes in seiner Komplexität als Gesamtheit zu sehen, um ein vollständiges Bild zur korrekten Bearbeitung nach erfolgter Ursachenerforschung zu bekommen, sollte ein DIFHO-Ausgebildeter Hufbearbeiter kontaktiert werden.
Sehen Sie nachfolgend eine Reihe von Symptomen, durch die der Huf deutlich zu verstehen gibt, dass er Hilfe benötigt. Das können sehr massive Veränderungen sein, wie z.B. ein Riss, Spalt oder Hornwandausbruch. Jedoch sind es auch die weniger auffälligen Erscheinungen, wie etwa ein unregelmäßiger Kronrand oder unruhig herunterwachsendes Wandhorn, die frühzeitig auf die Probleme des Hufes hinweisen.
Hierauf können Sie achten:
unphysiologischer Hufzustand
Eingerollte und untergeschobene Trachten:
Wenn Sie die Hufe Ihres Pferdes von der Seite betrachten können Sie erkennen, ob der Huf untergeschobene Trachten hat. Dabei geht die Parallelität der Trachtenendkante und der Zehenwand verloren. Als erkennbare Folge können Risse und Spalten entstehen.
Ausbrüche am Tragrand
Hornwandausbrüche:
Oft wird die Ursache für Ausbrüche in schlechter Hornqualität gesucht. Dies kann zwar auch eine Rolle spielen, jedoch entstehen Ausbrüche meist dort, wo entweder durch einen unsymmetrischen Huf Belastungsspitzen entstehen, oder aber die Hornwand ihre Tragfähigkeit teilweise verloren hat. Der Verlust der Tragfähigkeit resultiert meist in erhöhter Unruhe oder Beweglichkeit der betroffenen Wandanteile was Ausbrüche deutlich begünstigen kann.
Risse und Falten in der Hornkapsel
Risse, Faltenwurf, unregelmäßiger Kronsaum:
Ein unregelmäßiger Verlauf des Kronsaumes weist deutlich auf eine nicht gleichmäßige Belastungssituation des Hufes hin. Dies ist für das Pferd besonders unangenehm, da die entsprechenden Wandanteile die Strukturen oberhalb des Kronrandes quetschen können. Als sichtbare Folge davon können auch hier neben Rissen und Ausbrüchen auch massive Probleme an der Kronlederhaut entstehen.
Hornspalt in der Zehenmitte
Hornspalt:
Durch weghebelnde Wände wirkende Kräfte können zu Riss- und Spaltbildung führen. Diese können multiple Folgeprobleme verursachen. Durch Rissbildung gibt der Huf deutlich zu verstehen, dass er in Not ist.
Einblutungen in der Hornkapsel
Einblutungen:
Ungünstige Hufformen lassen Hebel- und Druckkräfte wirken. Diese können Quetschungen der Kronlederhaut und infolge Bluteinschluss bei der Hornproduktion verursachen.
oben anstauendes Horn
Hochstauendes Horn im hinteren Hufbereich:
Es ist die Folge eines Missverhältnisses zwischen den Hornstrecken der Zehen- und Trachtenwand. Neben den Ausbrüchen führt dies auch hier wieder zu einem missgebildeten Kronsaum mit den bereits oben beschriebenen Folgen.