DIfHO® Deutsches Institut für Huforthopädie

Vorgeschichte:

  • Strahlkrebs seit 1997, beginnend am linken Vorderhuf
  • Befall an allen 4 Hufen kurze Zeit später
  • Es folgten Jahre bis zur huforthopädischen Betreuung, die stichwortartig zusammengefasst, durch Folgendes geprägt waren:
  • Behandlung durch:
    • 5 verschiedene Tierärzte
    • 2 Heilpraktiker
    • 3 Hufbearbeiter
  • Ein Wechsel der behandelnden Person erfolgte jeweils nach Nichteintreten des erhofften Erfolges.

Angewendet wurden dabei verschiedene Mittel und Methoden:

  • „Cancer-Ex“
  • formaldehydhaltige Salben
  • diverse Antibiotika
  • Druckverbände – teilweise bis zu 12 Wochen bei täglichem Wechsel
  • Aufbringen von Wasserstoffperoxyd
  • einige homöopathische „Vollkuren“
  • Biotingabe über lange Zeit
  • mehr oder (leider) weniger penibles Schälen befallener Stellen
  • Anwendung verschiedenster (besser: aller auf dem Markt erhältlicher) Strahlfäulemittel
  • tiefe Biopsien zur Keimanalyse
  • mehrere Blutproben zur Stoffwechselanalyse
  • Hufbearbeitung in 6-Wochen-Abständen

Ergebnis:

Der Strahlkrebs schien in diesen Jahren im Oktober/November stets vermeintlich abzuheilen. Vermeintlich,  -denn im Frühjahr brach er immer wieder und immer heftiger aus. Dies ging so über fünf Jahre. Fünf Jahre geprägt von Hoffen und Bangen, von intensiven Bemühungen um Gesundung verbunden mit einem hohen Zeit- und Geldaufwand, von Verzweiflung über die regelmäßige Rückkehr der Erkrankung und nicht zuletzt von erheblichen Einschränkungen in der Lebensqualität von der Stute und ihren Besitzern. Eine vollständige Heilung blieb aus, da trotz aller Anstrengung die Ursache der Huferkrankung bis dahin nicht behoben wurde.

Die folgende Bilddokumentation verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Zwanghufen bzw. zu engen Hufen und der möglichen Entstehung von Hufkrebs (Strahlkrebs).

Dokumentiert wird der Fall am Beispiel des linken Vorderhufes. Die positive Entwicklung der übrigen Hufe verlief gleichermaßen.

(Die Behandlung konnte vor Ort durchgeführt werden, da sich die Besitzerin inzwischen zur Ausbildung angemeldet hatte und hier von Herrn Biernat unterstützt und beraten wurde.)

Dezember 1999

01Valentina12

Das Bild zeigt den Hufzustand im bereits zweiten „Strahlkrebsjahr“.
Hier war das entartete Gewebe vom Tierarzt von der Lederhaut abgeschält worden. Die Hufe waren vorher bereits 8 Wochen unter (täglich gewechselten) Verbänden. Die Eisen waren auf Anraten des Tierarztes vor 8 Wochen abgenommen worden, um mehr Druck auf die Lederhaut zu bringen, was in bestimmten Erkrankungsstadien des Hufkrebses sicher sinnvoll ist, wenn eine Bekämpfung der Ursache damit einhergeht.Wie man sehen kann, ist die Strahllederhaut trotz aller Bemühungen entzündet und vergrößert. Sie ist dadurch nicht in der Lage, normales Strahlhorn zu produzieren. Der Strahl- oder Hufkrebs ist also eigentlich das Resultat einer Lederhautentzündung.Die Hufe wurden zu dieser Zeit in 6-wöchigen Abständen von einer Hufschmiedin ausgeschnitten. Die Form der Hufe wurde während der gesamten Behandlungszeit von keiner der betreuenden Personen erwähnt oder bemängelt.

Oktober 2002

02Valentina26

Das Pferd leidet immer noch an allen 4 Hufen an Strahlkrebs.
Auf den ersten Blick scheinen die Hufe, gemessen an dem, was man oftmals sieht, relativ unauffällig zu sein. Allerdings ist bei genauem Hinsehen deutlich zu sehen, dass die Huf-Fesselachse nach hinten gebrochen ist. Die Trachten sind (immer noch) eingerollt und haben sich unter den Belastungsschwerpunkt geschoben.

03Valentina3

Die zu flache Hufstellung (siehe Bild zuvor) hat zur Folge, dass die Zehenwand nach vorne „wegschnabelt“ und keine Last aufnimmt.
Die eingerollten Trachten „bedrängen“ den erkrankten Hufstrahl und zwängen ihn regelrecht zusammen. Der Strahl wird hierdurch stark eingeengt. Das Strahlhorn legt sich in Falten. Die winzigen Falten bieten Eintrittspforten für Bakterien. Die Entstehung von Fäulnisprozessen wird hierdurch begünstigt. Zudem wird durch das Zusammendrücken des Strahles ein Hornkamm gebildet, welcher in die tiefe Strahlfurche gepresst, die dortige Lederhaut zusätzlich reizt. Die so unter ständige Bedrängnis gesetzte Lederhaut hat keine Chance zu heilen und produziert trotz penibelster Sauberkeit und Symptombehandlung mit diversen Pflegemitteln weiterhin abnormes Horn.

November 2002

04Valentina4

Nur einen Monat später sind die Trachten noch weiter eingerollt und untergeschoben. Die Hinterlastigkeit und der Druck auf die Trachten und somit den Strahl wurde noch verstärkt. Die Zehe schwebt bereits ein Stück über dem Boden.
Zu diesem Zeitpunkt lahmte Valentina, was sie bisher eigentlich zu keiner Zeit getan hatte. Röntgenuntersuchungen sowie Lahmheitsdiagnostik durch zwei Tierärzte erbrachten jedoch keinen Aufschluss über die Lahmheitsursache. Einziger Hinweis eines der behandelnden Tierärzte war, dass hier ein Druckproblem vorliegen könnte – was in Vertrauen auf die tierärztliche Kompetenz seitens der Besitzer nicht genauer hinterfragt wurde.

05Valentina4

Die „Trachtenzange“ drückt weiter zu.
Auf den Trachten liegen dicke Schuppen von Ballen- bzw. Saumhorn, welches durch den enormen Druck nicht mehr normal abgestoßen werden kann.
Auch zu dieser Zeit wies keiner der behandelnden Tierärzte auf die ungünstige Hufform hin.
Diese Fotos wurden zur Befundung an Herrn Jochen Biernat geschickt.
Herr Biernat wies als erster Fachmann auf den Zusammenhang zwischen der Hufsituation und der Erkrankung des Strahlhornes hin und lokalisierte anhand der Fotos auch die mögliche Lahmheitsursache. Natürlich tat es dem Pferd weh, wenn sich die „Trachtenzange“ beim Auftreten weiter verengte und die hinteren Hufwände aufgrund der Gewichtslast schmerzhaft nach innen bewegt wurden. Und natürlich hat eine dermaßen gequetschte Strahllederhaut keine Chance zu gesunden. Zum ersten Mal in Valentinas Krankengeschichte wurde die unphysiologische Hufsituation als Ursache der Huferkrankung thematisiert!
Man fragt sich als Pferdebesitzer im Nachhinein, warum keiner der bisher zu Hilfe gerufenen Fachleute diesen Zusammenhang bemerkt hat.
Selbst anhand der Bilder ist dieser Zusammenhang doch offensichtlich – zumindest wenn man nicht den Fehler macht, sich nur auf das Symptom, den Strahlkrebs, zu konzentrieren…

Die folgenden Bilder dokumentieren den Verlauf der Hufgesundung Valentinas durch die Wiederherstellung einer physiologischen Hufsituation gemäß den Bearbeitungsprinzipien der Huforthopädie nach Jochen Biernat

Dezember 2002

06Valentina5

Die Hufe werden beginnend mit dem 18.11.02 in 14-tätigen Abständen huforthopädisch bearbeitet.

Einen Monat später hat sich die Situation, wie man hier sehen kann, schon etwas entspannt. Der Strahl hat bereits nach dieser kurzen Zeit mehr Platz. Die Lederhautentzündung kann abheilen.
06bValentina5

Die Hufe werden weiterhin in 14-tägigem Abstand bearbeitet. Deutlich zu erkennen ist die nun rundere Hufform, welche vorher fast oval war. Der Strahl ist breit und ausgeprägt. Auch das Ballenhorn ist zur Ruhe gekommen.
Die Hufe werden mittlerweile in 4-Wochen-Abständen bearbeitet. Sie werden durch die huforthopädische Bearbeitung nun schon seit einem Jahr in ihrer Balance gehalten. Huf- oder Strahlpflegemittel werden nicht mehr benötigt.

Weitere Jahre

07Valentina7

Mai 2003

08Valentina2013

Valentina 2010, 25 Jahre

09Valentina10201328Jahre

Valentina 2013, 28 Jahre

By |11. April 2014|0 Kommentare
%d Bloggern gefällt das: